Die Ausbildereignung ist die Grundvoraussetzung für jeden, der in Deutschland Azubis ausbilden möchte!
Doch was genau steckt dahinter? Welche Voraussetzungen musst du erfĂĽllen und wie kannst du herausfinden, ob du ĂĽberhaupt zum Ausbilder geeignet bist?
In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige zur Ausbildereignung – von den gesetzlichen Grundlagen bis hin zu den persönlichen Kompetenzen, die einen guten Ausbilder ausmachen.
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Die Grundlagen der Ausbildereignung
Ausbildungsstellen zu besetzen, wird für Unternehmen zunehmend schwieriger. Schulabgänger haben heute durch das Internet nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, sich über potenzielle Ausbildungsbetriebe zu informieren.
Die engagiertesten Bewerber orientieren sich dabei vorrangig an renommierten Unternehmen mit nachweislich guter Ausbildungsqualität.
Als kleinerer Betrieb musst du dich daher besonders profilieren, um fähige Auszubildende zu gewinnen. Der effektivste Weg führt über eine persönliche und qualitativ hochwertige Ausbildung – und diese lässt sich nur durch kompetente Ausbilder gewährleisten.
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Was bedeutet Ausbildereignung ĂĽberhaupt?
Die Ausbildereignung bescheinigt dir, dass du sowohl fachlich als auch pädagogisch in der Lage bist, junge Menschen auszubilden. In Deutschland ist sie im Berufsbildungsgesetz (BBiG) geregelt und stellt sicher, dass Ausbilder nicht nur ihr Handwerk verstehen, sondern auch wissen, wie sie ihr Wissen vermitteln können.
Aber warum ist die Ausbildereignung so wichtig? Ganz einfach: Als Ausbilder ĂĽbernimmst du Verantwortung fĂĽr die berufliche Zukunft junger Menschen.
Du bist nicht nur Wissensvermittler, sondern auch Mentor, Vorbild und manchmal sogar Vertrauensperson.
Diese Rolle erfordert mehr als nur Fachwissen – sie verlangt auch pädagogische und persönliche Kompetenzen.
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Die drei Säulen der Ausbildereignung nach AEVO
Die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) legt klar fest, wer in Deutschland ausbilden darf. Dabei spielen drei entscheidende Faktoren eine Rolle:
- Fachliche Eignung: Du benötigst nachweisbare Fachkenntnisse im jeweiligen Ausbildungsberuf.
- Ausbilderschein: Du benötigst einen Nachweis deiner berufs- und arbeitspädagogischen Eignung – den sog. Ausbilderschein/AdA-Schein
- Persönliche Eignung: Es dürfen keine Hindernisgründe vorliegen, die der Arbeit mit Jugendlichen im Weg stehen.
Wenn diese drei Punkte erfüllt sind, kann grundsätzlich jede Person in Deutschland ausbilden und das Unternehmen dabei unterstützen, die nächste Generation an Fachkräften heranzuziehen.
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1. Die fachliche Eignung nachweisen
Es mag selbstverständlich erscheinen, ist aber ein entscheidender Punkt:
Wenn Du als Ausbilder in einem bestimmten Ausbildungsberuf tätig sein möchtest, musst du nachweisen können, dass du über das nötige Fachwissen in der Branche und dem auszubildenden Beruf verfügst.
In der Regel reicht es aus, wenn du relevante Zeugnisse vorlegen kannst. Hast du selbst eine Ausbildung in dem Beruf durchlaufen, in dem du ausbilden möchtest? Perfekt! Alternativ kann auch ein vergleichbares Studium als Nachweis dienen.
Was aber, wenn beides nicht zutrifft? Auch dann gibt es Wege, deine fachliche Eignung nachzuweisen:
- Langjährige Berufserfahrung
- Absolvierte Fortbildungen
- Sonstige Qualifikationen
In solchen Fällen kannst du dir die fachliche Eignung von der zuständigen IHK oder HWK zuerkennen lassen.
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2. Der Ausbilderschein: Die schriftliche Bestätigung deiner Ausbildereignung
Die AEVO schreibt vor, dass angehende Ausbilder und Ausbilderinnen „den Erwerb der berufs- und arbeitspädagogischen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten … nachzuweisen“ haben (§1 AEVO).
Das bedeutet, dass du einen sog. Ausbilderschein (AdA-Schein) besitzen musst! Diesen erhältst du nach bestandener Ausbildereignungsprüfung bei der für dich zuständigen IHK oder HWK.
Diese AusbildereignungsprĂĽfung besteht aus einem schriftlichen und einem praktischen Teil.
Im schriftlichen Prüfungsteil wird dein Wissen mithilfe von Multiple-Choice-Aufgaben geprüft. Der praktische Teil fordert dich hingegen heraus, dein Können unter Beweis zu stellen, beispielsweise durch eine Ausbildungseinheit oder Präsentation.
Nach bestandener PrĂĽfung erhältst du dann den offiziellen „Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung“ – deinen Ausbilderschein.
🥸 Ich weiß: Manchmal fühlt sich das Thema Ausbilderschein ganz schön überwältigend an. Genau deshalb habe ich in meinem Blog viele Beiträge für Dich, die Dir das Ganze leichter machen.
Dort findest Du:
- 9 Fakten rund um den Ausbilderschein (IHK/HWK)
- 6 wichtige Aspekte der Ausbildereignungsverordnung
- 5 Wege zur erfolgreichen PrĂĽfungsvorbereitung
- Alles zu den Kosten rund um den Ausbilderschein
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3. Die persönliche Eignung: Liegen Hindernisgründe vor?
Bei der persönlichen Eignung geht es nicht darum, zusätzliche Anforderungen zu erfüllen, sondern sicherzustellen, dass keine Hindernisgründe vorliegen. Solche Hindernisse können beispielsweise sein:
- Verurteilung zu mindestens zwei Jahren Haft aufgrund einer Straftat
- Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz (auch ohne Verurteilung)
- Verbreitung jugendgefährdender Schriften
- Mehrfache Verstöße gegen das Berufsbildungsgesetz
❗️Hinweis: Eine Person, die nach § 29 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) keine Kinder und Jugendliche beschäftigen darf – darf damit auch nicht ausbilden!
Auch Interessant hierzu:
→ Ausbilderschein trotz Vorstrafe
→ Wann dir der Ausbilderschein entzogen werden kann!
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Bin ich zum Ausbilder geeignet? Die gute Nachricht
Die gute Nachricht lautet: Wenn du diese drei genannten Punkte erfĂĽllst, also
- Fachkompetenz besitzt,
- den Ausbilderschein bestanden hast und
- keine persönlichen Hindernisgründe vorliegen,
dann bist du grundsätzlich zum Ausbilder geeignet!
Aber was macht wirklich einen guten Ausbilder aus? Neben dem Fachwissen und der pädagogischen Kompetenz sind es vor allem persönliche Eigenschaften:
- Kommunikationsfähigkeit: Du musst komplexe Sachverhalte verständlich erklären können.
- Geduld und Empathie: Jeder Azubi lernt anders und in seinem eigenen Tempo.
- Vorbildfunktion: Als Ausbilder bist du ein wichtiges Vorbild fĂĽr deine Auszubildenden.
- Organisationstalent: Die Ausbildung muss gut geplant und strukturiert sein.
- Begeisterungsfähigkeit: Wer selbst für seinen Beruf brennt, kann auch andere dafür begeistern.
- Kritikfähigkeit: Konstruktives Feedback geben und annehmen können ist essenziell.
Diese Soft Skills sind mindestens genauso wichtig wie deine fachlichen Qualifikationen. Sie helfen dir, eine Beziehung zu deinen Azubis aufzubauen und sie erfolgreich durch die Ausbildung zu fĂĽhren.
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Ausbildereignung in der Praxis: Mehr als nur Theorie
Die AusbildereignungsprĂĽfung vermittelt dir das notwendige Grundwissen, aber die eigentliche Herausforderung liegt in der praktischen Umsetzung.
Im Berufsalltag wirst du mit verschiedenen Situationen konfrontiert sein:
- Wie motivierst du einen Azubi, der gerade eine Durststrecke durchläuft?
- Wie gehst du mit Konflikten zwischen Auszubildenden um?
- Wie vermittelst du schwierige Inhalte so, dass sie verstanden werden?
Auch wenn die AusbildereignungsprĂĽfung einen praktischen PrĂĽfungsteil beinhaltet, in dem du den PrĂĽfern zeigst, wie du deinen Azubi lernzielorientiert anleitest und ihn motivierst, ist es doch eher wie „Trockenschwimmen“.
Die echte Praxis lernt man eben nur in der echten Ausbildungspraxis!
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Fazit: Die Ausbildereignung als Basis fĂĽr erfolgreiche Ausbildung
Die Ausbildereignung ist weit mehr als nur ein formales Erfordernis. Sie ist die Basis für eine professionelle und zukunftsorientierte Ausbildung. Als Ausbilder trägst du wesentlich dazu bei, den Fachkräftenachwuchs zu sichern und damit die Wettbewerbsfähigkeit deines Unternehmens langfristig zu stärken.
Ein wirklich guter Ausbilder zu sein bedeutet mehr, als nur die drei grundlegenden Voraussetzungen zu erfĂĽllen. Es erfordert Engagement, kontinuierliche Weiterbildung und die Bereitschaft, sich auf junge Menschen einzulassen und sie auf ihrem Weg zu begleiten.
FĂĽhlst du dich bereit fĂĽr diese verantwortungsvolle Aufgabe?
Die ersten Schritte sind klar definiert:
- Fachkompetenz nachweisen,
- den Ausbilderschein erwerben und
- die persönliche Eignung sicherstellen.
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Der Rest ist eine spannende Reise, auf der du kontinuierlich wachsen und dich weiterentwickeln wirst.
Wenn du dich fĂĽr den Weg zum Ausbilder entscheidest, investierst du nicht nur in deine eigene berufliche Entwicklung, sondern auch in die Zukunft junger Menschen und deines Unternehmens!
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Die Ausbildereignung – Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was bedeutet Ausbildereignung?
Die Ausbildereignung (nach der AEVO) bescheinigt, dass du zum Ausbilder geeignet bist. Sie umfasst drei Komponenten:
- Die fachliche Eignung (berufliches Know-how),
- den Ausbilderschein und
- die persönliche Eignung für die Arbeit mit jungen Menschen.
Welche Berufe darf ich mit dem Ausbilderschein ausbilden?
Mit dem Ausbilderschein darfst du grundsätzlich in jedem Beruf ausbilden, für den du das entsprechende Fachwissen nachweisen kannst. Der Ausbilderschein selbst ist nicht berufsspezifisch, sondern bestätigt deine pädagogische Eignung.
Wie lange ist die Ausbildereignung gĂĽltig?
Der Ausbilderschein hat kein Verfallsdatum. Einmal erworben, behältst du ihn grundsätzlich lebenslang. Allerdings kann er bei schwerwiegenden Verstößen gegen gesetzliche Bestimmungen nachträglich entzogen werden.
Kann ich die Ausbildereignung verlieren?
Ja, der Ausbilderschein kann entzogen werden, wenn nachträglich Hindernisgründe auftreten, beispielsweise bei Verstößen gegen das Jugendschutzgesetz oder andere relevante Gesetze.
Wer braucht keine Ausbildereignung, um ausbilden zu können?
Ausbilden OHNE Ausbilderschein ist in Deutschland nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen möglich. Dies betrifft vor allem die sogenannten Freien Berufe wie Ärzte, Steuerberater oder Hebammen. Hier gelten Sonderregelungen für die Ausbildungsberechtigung.
Mehr zu diesem Thema erfährst du in diesem Beitrag: → Ausbilden ohne Ausbilderschein
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