Die Ausbildereignung - Bin ich zum Ausbilder geeignet?

Die Ausbildereignung – Bin ich zum Ausbilder geeignet?

Ausbildungsstellen zu besetzen, ist nicht immer leicht. Spätestens das Internet hat Schulabgängern ungeahnte Wahlmöglichkeiten eröffnet. Die besonders eifrigen Suchenden wenden sich dabei in erster Linie an die renommierten Unternehmen, wenn es darum geht, den geeigneten Lehrbetrieb zu finden.

Auch Bewertungsplattformen bieten für die meisten Betriebe zahlreiche Informationen über die Qualität der Ausbildung.

Als kleiner Betrieb müssen Sie sich daher in besonderem Maße profilieren, um fähige Auszubildende zu rekrutieren. Das geht am effizientesten durch eine persönliche und qualitativ hochwertige Ausbildung – und diese lässt sich nur durch kompetente Ausbilder gewährleisten.

In dem heutigen Blogartikel gehe ich deswegen auf die Ausbildereignung ein und helfe Ihnen dabei, eine Antwort auf die Frage zu finden, ob Sie zum Ausbilder geeignet sind.

Wer darf überhaupt alles ausbilden?

Männchen an Tafel - zum Ausbilder geeignet? Die Ausbildereignung © diego1012, Fotolia

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Werfen wir doch vorher noch einen Blick darauf, was die Ausbildereignungsverordnung (kurz AEVO) sagt. Hierin ist nämlich klar geregelt, wer sich in Deutschland ganz offiziell Ausbilder nennen darf. Dabei spielen im Endeffekt drei wichtige Punkte mit hinein:

  1. Sie benötigen das berufliche Know-how
  2. Sie müssen einen gültigen AdA-Schein (Ausbildereignungsschein) besitzen
  3. Es dürfen keine Hindernisgründe vorliegen, die der Arbeit mit Jugendlichen im Weg stehen

Solange diese drei Punkte gegeben sind, darf wirklich jede Frau und jeder Mann in Deutschland ausbilden und das Unternehmen dabei unterstützen, die nächste Generation Mitarbeiter auszubilden und an die Firma zu binden.

Denn Investitionen in den Fachkräftenachwuchs bescheren dem Betrieb auch zukünftig noch erstklassige Mitarbeiter. Dadurch bleibt die Konkurrenzfähigkeit am Markt nicht nur erhalten, sie steigt sogar enorm an.

Lassen Sie mich kurz noch näher auf die Punkte eingehen:

Das berufliche Know-how

Es mag zwar auf der Hand liegen, aber es ist dennoch wichtig, das Naheliegende nicht zu übersehen: Wenn Sie als Ausbilder in einem bestimmten Ausbildungsberuf tätig sein möchten, müssen Sie einen Nachweis erbringen können, dass Sie auch das nötige Fachwissen in der Branche und in dem auszubildenden Beruf haben.

Das bedeutet nicht, dass Sie hierfür eine gesonderte Prüfung ablegen müssen, sondern in der Regel reicht es, wenn Sie hierfür die relevanten Zeugnisse vorlegen können.
Wenn Sie beispielsweise in dem Beruf, in dem Sie ausbilden möchten, selbst eine Ausbildung durchlaufen haben, dann reicht das völlig aus.

Haben Sie stattdessen ein vergleichbares Studium absolviert? Auch gut.

Was ist aber, wenn Sie weder das eine noch das andere haben? Auch dann ist es noch möglich, das Know-how nachzuweisen, auch wenn es hier schon etwas schwieriger wird. In diesem Fall können Sie Ihr Fachwissen z.B. über langjährige Berufserfahrung, Fortbildungen oder sonstige Qualifikationen nachweisen und sich die fachliche Eignung von der IHK oder HWK zuerkennen lassen.

Der AdA Schein

In der AEVO (Ausbildereignungsverordnung) ist geregelt, dass Sie einen Ausbilderschein / AdA-Schein besitzen müssen. Diesen erhalten Sie bei der für Sie zuständigen IHK / HWK. Hierfür müssen Sie eine Prüfung durchlaufen, die aus einem theoretischen und einem praktischen Teil besteht.

Wenn Sie beide Prüfungen erfolgreich bestanden haben, erhalten Sie das Dokument, das Ihnen die Ausbildereignung bestätigt – den sog. „Nachweis der berufs- und arbeitspädagogischen Eignung“.

Für ein komplexes Thema, das ich jetzt in bewusst einfachen Worten gehalten habe, finden Sie übrigens in meinem Blog zahlreiche Beiträge, auf die ich gerne noch verweisen möchte:
Hier gibt es 9 Fakten rund um den Ausbilderschein, an dieser Stelle befasse ich mich mit 6 Punkten rund um die AEVO, dieser Blogbeitrag zeigt Ihnen 5 Wege, wie Sie sich auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereiten können, und in diesem wichtigen Artikel liefere ich Ihnen die nackten Zahlen, was so ein Ausbilderschein eigentlich kostet.

Hindernisfaktoren

Hier fließt als letzter Punkt noch die persönliche Eignung mit ein. Dabei sind allerdings nicht etwa weitere Punkte zu erfüllen, sondern vielmehr dürfen hier schlicht und ergreifend keine Hindernisgründe vorliegen. Solche sind beispielsweise gegeben, wenn der Ausbilder nach § 29 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) keine Kinder und Jugendliche beschäftigen darf.

Das betrifft vor allem solche Personen, die aufgrund einer Straftat zu mindestens zwei Jahren Haft verurteilt worden sind, gegen das Betäubungsmittelgesetz verstoßen haben (auch ohne Verurteilung), jugendgefährdende Schriften verbreitet haben, oder bereits in der Vergangenheit zu mehreren Geldstrafen wegen Verstoß gegen dieses Gesetz verurteilt worden sind, also Kinder und Jugendliche trotz fehlender persönlicher Eignung ausgebildet haben.

Leerer Stuhl mit Fragezeichen. Ausbildereignung fraglich © lassedesignen, Fotolia

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Ausbildereignung: Der geeignete Ausbilder

Die gute Nachricht gleich zum Beginn: Wenn Sie diese drei Punkte erfüllen, also Sie

  • Fachkompetenz aufweisen können,
  • den AdA-Schein bestanden haben und
  • die persönliche Eignung gegeben ist,

dann sind Sie grundsätzlich zum Ausbilder geeignet.

Natürlich gibt es noch ein paar zusätzliche Faktoren, die über diese genannten obligatorischen Punkte hinaus sehr förderlich dafür sind, dass eine Ausbildung auch zum echten Erfolg wird.
Einer der wichtigsten Faktoren für eine erfolgreich durchgeführte Ausbildung, sind z.B. bestimmte Wesenszüge, die ein guter Ausbilder mitbringen sollte.

Hierfür möchte ich Ihnen gerne die Lektüre dieses Blogartikels ans Herz legen, in denen ich 6 solcher Eigenschaften hervorhebe.

Fazit

In diesem Artikel haben Sie gesehen, was es heißt, zum Ausbilder geeignet zu sein.

Natürlich sollte man sich auch ein Stück weit für diesen Job berufen fühlen und gewisse Soft Skills mitbringen. Machen Sie sich allerdings nicht zu viele Sorgen darum. Die Ausbildereignungsprüfung, ohne die Sie sowieso nicht ausbilden dürfen, ist nämlich sehr praxisorientiert gehalten.

Das Erlernen von Theorien ist hier nur ein kleiner Teil. Viel relevanter wird es sein, ob Sie diese auch in die Praxis übertragen können. Deswegen wird im praktischen Prüfungsteil, über den ich in diesem Blogbeitrag ausführlich berichte, auch besonders viel Wert auf das Einüben von realen Situationen gelegt, wie Sie Ihnen auch im Arbeitsalltag im Betrieb später unterkommen werden.

Spätestens hier trennt sich also die Spreu vom Weizen und Sie werden nicht nur für sich persönlich feststellen, ob Sie als Ausbilder neben Ihrem Beruf auch Ihre Berufung gefunden haben, sondern Sie werden auch von Prüfern auf Herz und Nieren auf Ihre Eignung hin überprüft.

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