Wer einen Ausbildung ROI, also einen Return on Investment dafür, ein Ausbildungsbetrieb zu sein, errechnen möchte, der spielt vermutlich mit dem Gedanken, das eigene Unternehmen in dieser Hinsicht zu verändern. Schließlich handelt es sich hierbei um eine betriebswirtschaftliche Fragestellung: Lohnt es sich, eigene Azubis auszubilden? Oder ist es am Ende gar teurer, auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu setzen, statt auf fertig ausgebildete Fachkräfte vom Arbeitsmarkt?
Grund genug für uns, den Ausbildung ROI in unserem heutigen Blogbeitrag mal genauer zu hinterfragen. Wir rechnen nach, was Ausbildung wirklich bringt – in Zahlen, Euro und Nutzen. Wenn Du Dich also fragst, ob sich Ausbilden heutzutage lohnt, dann findest Du hier hoffentlich genau die klaren Antworten, die Du Dir erhofft hast.
Ausbildung ROI: Der Nutzen in Zahlen
Zunächst einmal müssen wir den sperrigen Begriff „Ausbildung ROI“ für die Diskussion noch fruchtbar machen. Viele werden sich sicherlich fragen, was genau sich dahinter verbirgt. Dabei steht ROI für Return on Investment. Sprich das, was Du für Deine Investition zurückerhältst.
Wer also nach dem Ausbildung ROI fragt, der möchte also den finanziellen Nutzen einer betrieblichen Ausbildung mit den Kosten vergleichen. Oder anders ausgedrückt: Herausfinden, was für den Betrieb unterm Strich wirklich beim Ausbilden herausspringt, ob es vielleicht sogar ein Verlustgeschäft ist oder lediglich ein Nullsummenspiel.

Die Investitionsseite: Was kostet eine Ausbildung?
Häufig begegnet uns der Irrglaube, beim Azubi ist lediglich das zumeist nicht allzu üppige Ausbildungsgehalt als Kostenpunkt zu sehen. Das ist aber deutlich zu kurz gedacht. Anbei daher ein Überblick über die hauptsächlichen Kostenfaktoren eines Azubis, zu dem in Einzelfällen noch individuellere Kosten hinzukommen können:
- Ausbildungsvergütung: Der monatliche Lohn
- Ausbilderzeit: Die Zeit, die ein Ausbilder für Betreuung, Lehre und Kontrolle aufwendet
- Sachkosten: Arbeitsmaterial, IT, Werkzeuge etc.
- Verwaltungskosten: Organisation, Dokumentation, IHK/HWK-Kommunikation
- Fehlzeiten und Lernzeiten: Azubis sind bei fortlaufendem Lohn auch mal abwesend und nicht immer produktiv einsetzbar
Eine interessante Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) ermittelte, dass die durchschnittlichen Bruttokosten pro Azubi und Jahr zwischen ca. 18.000 und 21.000 Euro liegen. Klingt nach viel, aber jetzt kommt die andere Seite der Medaille.
Ausbildung ROI: Welchen Ertrag bringt ein Azubi dem Betrieb?
Natürlich ist nicht jeder Azubi sofort im ersten Lehrjahr eine Bereicherung für den Betrieb. Spätestens ab dem zweiten Lehrjahr generieren Azubis üblicherweise aber auch eine echte Wertschöpfung. Auch hierzu einige Beispiele:
- Entlastung für Fachkräfte: Feste Mitarbeiter können einfache Routinearbeiten üblicherweise recht schnell an Azubis abgeben
- Produktive Arbeitsleistung: Gerade im zweiten und dritten Lehrjahr steigt der Output der Azubis deutlich
- Mitarbeiterbindung: Wer im Betrieb gelernt hat, bleibt oft langfristig – Stichwort: Ausbilden für den Eigenbedarf
- Passgenaue Einarbeitung: Egal, ob die Azubis langfristig gebunden werden oder nicht – sie lernen von Grund auf alle Prozesse, Tools und Werte des Betriebs
Auch in diesem Bereich hat die angesprochene BBIB-Studie übrigens eine klare Zahl ermittelt. Bei durchschnittlich ca. 20.000 Euro pro Jahr und Azubi liegt der Nutzen für den Ausbildungsbetrieb. Nicht wenige Betriebe kommen somit bereits während der Ausbildung in einen positiven Bereich.

Ausbildung ROI: Die Berechnungsformel
So kannst Du Deinen individuellen Ausbildung ROI Berechnen:
ROI = (Ertrag – Kosten) / Kosten x 100
Hierzu ein Beispiel:
- Gesamtkosten: 20.000 Euro
- Produktiver Ertrag: 24.000 Euro
ROI = (24.000 – 20.000) / 20.000 x 100 = 20%
Das heißt also: Jeder investierte Euro bringt 1,20 Euro zurück. Und das ist nur der kurzfristige Effekt während der Ausbildung.
Langfristig ist der ROI häufig noch deutlich höher, weil Du Nachwuchs bekommst, der wie angegossen zu Deinem Betrieb passt und nicht bei der nächsten Gelegenheit abspringt.
Die unterschätzten Zusatznutzen
Natürlich handelt es sich ein Stück weit um eine Milchmädchenrechnung, denn nicht jeder Nutzen lässt sich in Euro abbilden. Hier daher noch ein paar weiche Faktoren, die den Ausbildung ROI zusätzlich steigern:
- Imagegewinn: Ausbildungsbetriebe gelten als zukunftsfähig, engagiert und verantwortungsvoll
- Kulturentwicklung: Azubis bringen frischen Wind, neue Fragen, neue Impulse
- Wissensmanagement: Wer ausbildet, reflektiert Prozesse und optimiert automatisch
- Netzwerke: Kontakt zur IHK, Berufsschulen, anderen Betrieben – das bringt Austausch und Inspiration

Die 4 häufigsten Gründe, warum Unternehmen nicht ausbilden
Aus dem bisher Geschriebenen könnte sich eigentlich ableiten lassen, dass es eine Win-Win-Situation ist, ein Ausbildungsbetrieb zu sein. Und ganz unter uns: Ja, genau so ist es (bis auf ganz wenige Ausnahmen) auch.
Trotzdem verweigern sich viele Betriebe aber davor, selbst auszubilden. Und hierfür gibt es allen voran vier Einwände, die uns immer und immer wieder begegnen. Schauen wir sie uns daher gemeinsam noch an und zeigen, wie sie sich ganz einfach entkräften lassen!
„Azubis kosten nur Geld und können nichts.“
Stimmt nur am Anfang. Wie wir bereits herausgearbeitet haben, zahlt sich gute Ausbildung oft schon im zweiten Lehrjahr aus.
„Ich habe keine Zeit, jemanden auszubilden.“
Wer Zeit investiert, spart später umso mehr. Viele Aufgaben werden durch Azubis dauerhaft entlastet.
„Nach der Ausbildung hauen sie eh ab.“
Wenn Du eine gute Ausbildung bietest und Perspektiven aufzeigst, bleiben viele. Die Übernahmequote liegt in Deutschland bei über 65 Prozent. In anderen Worten: Nur einer von drei Azubis bleibt nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung nicht im Betrieb!
„Ich weiß nicht, wie man richtig ausbildet.“
Genau dafür gibt es den Ausbilderschein – und Angebote, mit denen Du Dich effizient darauf vorbereiten kannst. Dazu aber später mehr.
Wie erfolgreiche Betriebe ihren Ausbildung ROI maximieren
Zum Schluss wollen wir Dir noch zeigen, wie erfolgreiche Betriebe die betriebliche Ausbildung nutzen, um noch mehr aus dem ROI herauszuholen. Allen voran ist hier übrigens auch das Mindset schon ein ganz anderes. Statt Ausbildung ROI ist hier gerne vom RoE die Rede, nämlich dem Return on Education, also dem, was Du dafür zurückerhältst, dass Du Wissen vermittelst.
- Früh Verantwortung geben: Azubis wachsen an echten Aufgaben, nicht an bloßem Zuschauen.
- Feedbackkultur leben: Regelmäßiges Feedback steigert Lernkurven und Motivation.
- Struktur schaffen: Mit Ausbildungsplänen, Patenprogrammen und klaren Prozessen vermeidest Du Chaos.
- Digital unterstützen: Tools für Lernkontrollen, Kommunikation und Projektmanagement helfen enorm.
- Ausbilder professionell vorbereiten: Ein guter Ausbilder ist der Hebel für alles andere.
Fazit: Der Ausbildung ROI ist messbar und zumeist positiver als gedacht
Eine gute Ausbildung steht und fällt mit dem Engagement, der Leidenschaft und der Kompetenz von Ausbildern, die ihre Azubis nicht nur fachlich, sondern auch menschlich entwickeln. Wer bereit ist, auf diese Weise in Ausbildung zu investieren, der erhält praktisch so gut wie immer eine Rechnung, die aufgeht. Vielleicht nicht immer sofort, aber üblicherweise schon mittelfristig sehr deutlich. Je klüger ein Unternehmen plant, je strukturierter es vorgeht und je einfacher es den Azubis echte Entwicklung ermöglicht, desto schneller und deutlicher steigt der Ausbildung ROI dabei.
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