Nachgefragt: In welcher Ausbildung verdient man am meisten?

„In welcher Ausbildung verdient man am meisten?“, lautet eine Frage, die mir im Gespräch mit jungen Menschen immer wieder begegnet. Schließlich gibt es weit über 300 verschiedene Ausbildungsberufe in Deutschland. Bei dieser großen Auswahlmöglichkeit ist das Gehalt eben auch ein wichtiges Entscheidungskriterium.

Dabei ist bei der Frage, in welcher Ausbildung man am meisten verdient, natürlich auch zwischen den üblicherweise drei Lehrjahren zu unterscheiden. Das Gehalt steigt schließlich jährlich. Ein vergleichsweise geringes Gehalt im ersten Lehrjahr muss also nicht zwingend ein K.-o.-Kriterium sein, wenn es dafür im zweiten Lehrjahr den ersten großen Gehaltssprung gibt.

In meinem heutigen Blogbeitrag frage ich nach und zeige Ihnen zehn Ausbildungsberufe, mit denen sie zum Ausbildungsjahr 2021/22 zu den Azubis mit dem größten Gehalt zählen.

In Welcher Ausbildung verdient man am meisten? Das sind die zehn bestbezahlten Ausbildungsberufe

In der folgenden Liste habe ich die zehn bestbezahlten Ausbildungsberufe für Sie zusammengetragen. Anschließend will ich auf die einzelnen Berufe nebst den Verdienstmöglichkeiten noch etwas genauer eingehen.

  1. Polizist/in
  2. Pflegefachmann/-frau
  3. Fluglotse/-in
  4. Sozialversicherungsfachangestellte/r
  5. Verwaltungsfachangestellte/r
  6. Kaufmann/-frau für Versicherung und Finanzen
  7. Bankkaufmann/-frau
  8. Schiffsmechaniker/in
  9. Physiklaborant/in
  10. Maurer/in

Schauen wir uns die Ausbildungsberufe etwas genauer an.

In welcher Ausbildung verdient man am meisten - Flutlotse
© Tyler Olson, Fotolia.de

Wie wie verdient man in der Ausbildung zum / zur Polizist/in?

Die Ausbildung bei der Polizei bringt hohe Anforderungen mit. Dabei kommt es darauf an, welche Laufbahn Sie konkret anstreben. Beispielsweise dauert die Ausbildung im mittleren Dienst der Landespolizei nur zwei Jahre. Wer hingegen den gehobenen Dienst anstrebt, durchläuft keine klassische Ausbildung, sondern absolviert eine Art dreijähriges Studium, vergleichbar mit dem Bachelor.

Auch die exakten Verdienstmöglichkeiten sind dementsprechend schwer zu pauschalisieren. Wer den gehobenen Dienst anstrebt, der kann im ersten Jahr durchaus schon um die 1.500 Euro brutto verdienen. Selbst bei einfachen Laufbahnen im mittleren Polizeivollzugsdienst gibt es im ersten Jahr aber schon über 1.200 Euro brutto. Damit ist es schwer, diesen Ausbildungsberuf zu toppen.

Wie wie verdient man in der Ausbildung zum / zur Pflegefachmann/-frau?

Pflege ist ein unglaublich relevanter Sektor, dessen Wichtigkeit stetig ansteigt. Entsprechend leicht ist es, freie Ausbildungsplätze zu finden, wenn Sie sich für den Pflegeberuf zu finden.

Einstellen müssen Sie sich allerdings auf einen Job, für den Sie gemacht sein müssen. Durchlaufen Sie die Ausbildung zum / zur Pflegefachmann/-frau in einer Einrichtung des öffentlichen Dienstes, gibt es zudem einen bindenden Tarifvertrag. Im ersten Ausbildungsjahr winken bereits um die 1.165 Euro, wodurch die Pflege zumindest in der Ausbildung mitnichten unterbezahlt ist, sondern Platz zwei im Ranking der bestbezahlten Ausbildungsberufe verdient.

Wie wie verdient man in der Ausbildung zum / zur Fluglotse/-in?

Als Flutlotse / Flutlotsin treten Sie einen extrem verantwortungsvollen Job an, an den Sie zunächst herangeführt werden müssen. Entsprechend lang (und bisweilen trocken) fällt die Theoriephase aus, die sich über gute anderthalb Jahre erstreckt. Innerhalb dieser Theoriephase winkt ein solides Bruttogehalt von um die 1.150 Euro.

Wer sich dann allerdings beweist und fortan in der Praxisphase aktiv in einem Kontrollturm, Tower oder Center arbeitet, der zählt ab dann wahrlich zu den ganz großen Gewinnern. Bereits nach erfolgreichem Abschluss der anderthalbjährigen Theoriephase winkt schließlich ein Bruttolohn ab 4.000 Euro, der je nach Einsatzgebiet und Verantwortungsbereich sogar bis zu 6.000 Euro betragen kann. Das erste Lehrjahr also ausgeklammert, gilt Fluglotse/-in zu den finanziell gesehen besten Ausbildungsberufen überhaupt.

Wie wie verdient man in der Ausbildung zum / zur Fachangestellten?

Egal ob Sozialversicherungsfachangestellte/r oder Verwaltungsfachangestellte/r: In diesen Jobs mit beratender Tätigkeit (und oft auch Beamtenstatus) gibt es bereits im ersten Lehrjahr über 1.000 Euro brutto.

Wie wie verdient man in der Ausbildung zum / zur Kaufmann/-frau?

Bankkaufmann/-frau oder auch ein/e Kaufmann/-frau für Versicherung und Finanzen verdienen ebenfalls bereits im ersten Lehrjahr über 1.000 Euro brutto. Im Rahmen der üblicherweise dreijährigen Ausbildung steigt der Verdienst auf bis zu 1.200 Euro brutto im dritten Lehrjahr an.

In welcher Ausbildung verdient man am meisten - Bruttogehalt im ersten Lehrjahr
© vege, Fotolia.de

Wie wie verdient man in der Ausbildung zum / zur Schiffsmechaniker/in?

Ein etwas extravaganter Ausbildungsberuf, in dem es bei Weitem nicht so viele freie Stellen gibt, wie in den bisher beschriebenen Ausbildungsberufen, ist der / die Schiffsmechaniker/in. Hier geht es um die technische Instandhaltung und Wartung von Schiffen, bzw. von den Maschinen, die sich an Bord eines Schiffes befinden.

Entsprechend technisch ist die Ausbildung, für die auch gewisse handwerkliche Fähigkeiten benötigt werden. Wer diese Anforderungen erfüllt und sich an Bord von Schiffen wohl fühlt, der kann sich dafür über ein üppiges Salär freuen. Über 1.000 Euro brutto gibt es bereits im ersten Lehrjahr. Im dritten Ausbildungsjahr gehen die Verdienstmöglichkeiten sogar auf bis zu 1.800 Euro hoch.

Wie wie verdient man in der Ausbildung zum / zur Physiklaborant/in?

Bei der Ausbildung zum / zur Physiklaborant/in muss grundsätzlich unterschieden werden. Der Tarifvertrag der chemischen Industrie ist nämlich nicht in allen Bundesländern gleich, weshalb es durchaus auch möglich ist, dass die 1.000 Euro Gehalt im ersten Lehrjahr knapp unterschritten werden. Üblich sind aber 1.040 Euro im ersten Jahr.

Dabei sollten Sie außerdem wissen, worauf Sie sich als Physiklaborant/in einlassen. Immerhin erstreckt sich die Ausbildung über insgesamt vier Jahre hinweg, wobei das Gehalt auch im vierten Lehrjahr noch keineswegs fürstlich ist. Je nach Bundesland sind im vierten Jahr Bruttogehälter von um die 1.150 Euro nicht unüblich. Über 1.300 Euro gibt es zudem auch in den Bundesländern mit den besten Tarifverträgen nicht.

Wie wie verdient man in der Ausbildung zum / zur Maurer/in?

Last, but not least, ist noch die Ausbildung zum / zur Maurer/in zu erwähnen. Zwar gibt es bei diesem handwerklichen Ausbildungsberuf im ersten Lehrjahr nicht wirklich viel zu verdienen. Je nach Bundesland dürfte die Einstiegsvergütung bei 800 bis 900 Euro liegen.

Was die Ausbildung zum Maurer aber so interessant macht, ist der Umstand, dass nach dem ersten Lehrjahr die Sprünge bemerkenswert groß sind. Bereits im zweiten Lehrjahr sind beispielsweise in den alten Bundesländern bereits mehr als 1.200 Euro brutto üblich, während ein angehender Maurer im dritten Ausbildungsjahr sogar bis zu 1.500 Euro verdienen kann. Sprünge, mit denen der Maurer nach nur einem Jahr nicht nur mit den bisher gezeigten Ausbildungsberufen mithalten kann, sondern sie teilweise sogar deutlich überholt.

Wie es übrigens um die Ausbildung während Corona bestellt ist, bzw. war, bespreche ich in diesem verlinkten Beitrag sehr ausführlich.

In welcher Ausbildung verdient man am wenigsten? Was sind die Verlierer unter den Ausbildungsberufen?

Nach den topbezahlten Ausbildungsberufen möchte ich Ihnen auch noch die Flops zeigen. Dabei mag es zwar ein altes Klischee sein, aber tatsächlich gehört Friseur/in nach wie vor zu den am schlechtesten bezahlten Ausbildungsberufen. Mehr als 500 Euro gibt es allerhöchstens im dritten Lehrjahr. Nicht selten verdient ein Azubi im ersten Jahr nur um die 300 Euro.

Noch unattraktiver sind nur Ausbildungsberufe wie Fotograf/in (ca. 200 bis 300 Euro im ersten Jahr) und Konditor/in (um die 300 Euro im ersten Jahr).

Zu den Wenig-Verdienern gehören außerdem die folgenden Ausbildungsberufe:

  • Florist/in (ca. 500 Euro im ersten Ausbildungsjahr)
  • Maßschneider/in (ca. 550 Euro im ersten Ausbildungsjahr)
  • Fleischer/in (ca. 550 Euro im ersten Ausbildungsjahr)
  • Bäcker/in (ca. 550 Euro im ersten Ausbildungsjahr)
  • Koch/Köchin (ca. 600 Euro im ersten Ausbildungsjahr)

Fazit

In diesem Beitrag habe ich Ihnen zehn Ausbildungsberufe mit überdurchschnittlich guten Verdienstmöglichkeiten gezeigt. Bitte beachten Sie, dass meine Liste keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Handelt es sich nicht um geltende Tarifverträge mit bindendem Gehalt, sind zudem natürlich auch von Arbeitgeber zu Arbeitgeber große Schwankungen möglich.

Wussten Sie übrigens, dass das Gehalt gar nicht das ist, was Azubis am meisten motiviert? Wer erfahren möchte, worauf es ankommt, findet in meinem Blogbeitrag zu diesem Thema Antworten: Azubis motivieren – auf diese sieben Aspekte kommt es an.

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