9 Fakten rund um den Ausbilderschein IHK / HWK

Dass Sie den Ausbilderschein IHK (Nachweis Ihrer berufs- und arbeitspädagogischen Eignung) direkt nach Ihrer bestandenen Ausbilderprüfung von der IHK bzw. HWK bekommen, haben Sie wahrscheinlich schon mit wenigen Klicks bei Google selber in Erfahrung gebracht.

Trotzdem erreichen mich regelmäßig die verschiedensten Fragen rund um den Ausbilderschein IHK.

  • Wie läuft die Prüfung ab?
  • Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
  • Kann jeder ausbilden, der den Schein hat, oder gibt es weitere Voraussetzungen?
  • Uvm.

Zu nahezu jeder dieser Fragen habe ich schon eigene Blogbeiträge verfasst. Was bisher aber noch gefehlt hat, ist der kurze und knappe Rundumblick, der keine Frage unbeantwortet lässt.

Genau aus diesem Grund zeige ich Ihnen hier die 9 wichtigsten Fakten und Eckpunkte rund um den Ausbilderschein IHK.

1) Es gibt mehrere Prüfungstermine im Jahr

Entweder die IHK (Industrie- und Handelskammer) oder die HWK (Handwerkskammer) veranstaltet eine Prüfung, durch deren erfolgreiches Bestehen Sie den Ausbilderschein IHK / HWK bzw. AdA Schein IHK erhalten.

Hierfür stehen je nach Größe der regionalen IHK / HWK mehrere Prüfungstermine im Jahr zur Verfügung. Gerade bei besonders gut aufgestellten Institutionen können das sogar bis zu zehn Termine im Jahr sein, bei denen Sie die schriftliche Prüfung zum Ausbilderschein IHK ablegen können.

2) Prüfungskosten sind Ermessenssache

Leider gibt es keine zentral festgelegten und bundesweit geltenden Tarife für die Prüfungsgebühren. Wie hoch die Kosten sind, die Ihre zuständige IHK / HWK erhebt, können Sie entweder direkt auf der jeweiligen Webseite erfahren, oder muss individuell erfragt werden.

Das Gefälle innerhalb von Deutschland ist dabei gewaltig. Kommen Sie beispielsweise bei der IHK Berlin mit 90 Euro noch verhältnismäßig günstig weg, so müssen Sie sich bei der IHK Hannover bereits auf 210 Euro einstellen. Wie teuer der Ausbilderschein IHK letztlich ist, hängt allerdings von vielen Faktoren ab.

3) Ausbildung der Ausbilder ist bundesweit gültig

Gerade aus den unterschiedlichen Gebührenordnungen heraus kommt oft die Frage auf, ob denn der Ausbilderschein IHK / HWK möglicherweise auch nur auf das Einzugsgebiet der prüfenden IHK / HWK beschränkt sei. Hier kann ich Sie beruhigen.

Wer einmal die Qualifizierungsprüfung besteht, besitzt einen bundesweit anerkannten Nachweis seiner pädagogischen Eignung. Sie dürfen also unabhängig von der IHK, bei der Sie Ihre Ausbildereignungsprüfung abgelegt haben, deutschlandweit ausbilden mit dem Ausbilderschein IHK.

4) Ausbilderschein IHK alleine reicht noch nicht

Wer die Ausbildung der Ausbilder (AdA) erfolgreich durchläuft, erhält mit dem Ausbilderschein IHK ein Zertifikat darüber, dass theoretisches Wissen über Aufbau, Ablauf und Gestaltung einer Ausbildung vorhanden ist – den sogenannten Nachweis der berufs-und arbeitspädagogischen Eignung.

Auch die wichtigen Soft Skills, die aus dem Charakter eines Ausbilders resultieren sollten, werden mit vielen praxisbezogenen Prüfungsfragen hinterfragt und durch einen eigenen praktischen Teil abgerundet. Hinzu kommt, dass die persönliche Eignung vorliegen muss.

Außerdem muss ein angehender Ausbilder noch nachweisen können, dass er oder sie in dem Ausbildungsberuf Fachwissen und Know-how hat. Dieses geht z.B. durch eine eigene absolvierte Ausbildung, ein abgeschlossenes Studium oder einschlägige Berufserfahrung hervor.

9 Fakten rund um den Ausbilderschein IHK / HWK© contrastwerkstatt, Fotolia.de

Durch die Ausbildung zum Ausbilder lernen Sie, wie Sie eine Ausbildung vorbereiten.

5) Es gibt keine obligatorischen Vorbereitungskurse

Sie kennen das, wer den Führerschein macht, der kommt nicht drum herum, an einem Erste-Hilfe-Kurs teilzunehmen. Wer studiert, muss vor seinem Abschluss diverse Scheine bestehen oder im neumodischen Bachelor-System Punkte, bzw. „credits“ sammeln.

Um also an der Ausbildereignungsprüfung IHK teilnehmen zu dürfen, müssen bestimmte Eckpfeiler durchlaufen werden.

Genau das ist bei der Ausbildung der Ausbilder nicht der Fall. Hier können Sie sich theoretisch einfach zur Prüfung anmelden und ohne Umstände daran teilnehmen. Auf den ersten Blick mag es zwar angenehm sein, sich lästige Präsenzkurse oder Pflichtveranstaltungen sparen zu können, um die Vorbereitung kommen Sie aber trotz allem nicht herum.

Welche Möglichkeiten es zur Vorbereitung auf den Ausbilderschein IHK gibt, welche Kosten damit verbunden sind und was die jeweiligen Vor- und Nachteile der Vorbereitungsarten sind, stelle ich Ihnen in diesem Blogbeitrag vor: 5 Wege zum Erfolg – Vorbereitung auf den Ausbilderschein

6) Reines Auswendiglernen reicht nicht aus

Im theoretischen Prüfungsteil der Ausbildereignung geht es der IHK / HWK darum, zu überprüfen, ob Sie die prüfungsrelevanten Theorien auch in die Praxis übertragen können. Schließlich übernehmen Sie als Ausbilder eine im weitesten Sinne pädagogische Tätigkeit, die viel Verantwortung mit sich bringt. Der Ausbilderschein IHK soll dementsprechend gewährleisten, dass Sie fachgerecht ausbilden können.

Neben Prüfungsfragen über verschiedene Grundlagen, Methoden und Theorien, die in der Regel in Multiple-Choice gehalten sind, müssen Sie deshalb auch mit Transferaufgaben rechnen.

Das bedeutet, dass manche Fragestellungen in keinem Lehrbuch zu finden sind, sondern reale Alltagsbeispiele konstruiert werden. Mit Ihren Antworten müssen Sie dann zeigen, dass Sie die Theorien auch wirklich verinnerlicht haben und in Ihrer Rolle als Ausbilder in der Lage sind, diese zukünftig auch umsetzen zu können.

Wer also alle Prüfungsinhalte nur auswendig lernt, wird es hier schwer haben, den Ausbilderschein IHk zu erhalten.

7) Nur gut vorbereitet in den praktischen Teil gehen

Zu dem theoretischen Prüfungsteil kommt noch ein praktischer Prüfungsteil dazu. In diesem haben Sie die Möglichkeit, entweder eine Präsentation zu halten oder eine Unterweisungsprobe durchzuführen.

In beiden Fällen geht es darum, einem Prüfungsausschuss deutlich zu machen, dass Sie den Herausforderungen eines Ausbilders gewachsen sind.

Zwar können Sie durch eine sehr gut vorbereitete Präsentation und mit viel rhetorischem Geschick diese in die richtige Richtung lenken, allerdings folgt bei beiden Wegen (Präsentation & Durchführung) noch ein 15-minütiges Gespräch mit den Prüfern.

Diese können Ihnen auch hier noch allerlei Fragen über Inhalte stellen, die schon für den theoretischen Teil relevant waren. Gehen Sie also unbedingt gut vorbereitet in diese Prüfung, damit es mit dem Ausbilderschein IHK auch sicher klappt.

8) Die Ausbilderschein IHK Prüfung darf wiederholt werden

Um den Ausbilderschein IHK / HWK zu erhalten, müssen Sie beide Prüfungsteile unabhängig voneinander bestehen. Erbringen Sie in einem oder beiden Teilen nicht mindestens eine ausreichende Leistung, so sind Sie durchgefallen.

In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, die Prüfung zu wiederholen. Allerdings müssen Sie nur den Prüfungsteil wiederholen, den Sie nicht bestanden haben.

Wenn Sie also beispielsweise den theoretischen Teil bestanden haben, im praktischen Teil aber durchgefallen sind, müssen Sie auch nur den praktischen Prüfungsteil wiederholen. Darauf sollten Sie bei der Anmeldung zur Prüfung auch entsprechend hinweisen.

Grundsätzlich darf die Prüfung zweimal wiederholt werden – die Wiederholungsgebühr beträgt hierbei (je nach IHK) ca. die Hälfte der gesamten Prüfungsgebühr.

9) Ein System, das sich bewährt hat

Zwischen 2003 und 2009 konnte wirklich jeder in Deutschland ausbilden. In diesem Zeitraum wurde nämlich die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) außer Kraft gesetzt, um eine niedrige Hürde für Ausbildungsbetriebe zu setzen und dadurch mehr Ausbildungsstellen zu erzeugen.

Auf den Ausbilderschein IHK / HWK als Eignungsnachweis wurde in diesem Zeitraum also verzichtet.

Weil in diesen Jahren die Quoten aber in allen Belangen (Abbruchrate der Azubis, Übernahmequote etc.) in den Keller gingen, gilt die Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) offiziell wieder seit dem 21. Januar 2009.

Im Jahr 2013 – dem ersten Jahr, in dem Azubis im letzten Ausbildungsjahr erstmals wieder von ausgebildeten Ausbildern über den vollen Zeitraum betreut worden sind – stieg die Übernahmequote laut Bundesagentur für Arbeit auf stolze 70%.

Ein Indiz dafür, dass sich das System der Ausbildung der Ausbilder bewährt hat und der Ausbilderschein IHK eine sinnvolle Sache ist.

Fazit

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen 9 Fakten rund um den Ausbilderschein IHK / HWK die wichtigsten Fragen beantworten und Ihnen einen kleinen Überblick geben konnte.

Sie haben aber noch weitere Fragen? Dann schauen Sie gerne in den nachfolgenden Abschnitt mit den meistgestellten Fragen zum IHK Ausbilderschein, bzw. zur Ausbildung der Ausbilder IHK. Gerne können Sie mich aber natürlich auch direkt kontaktieren.

>>> MEHR INFOS ZUM AUSBILDERKURS <<<

Die 5 meistgestellten Fragen zum Ausbilderschein IHK

Im abschließenden Bereich dieses Blogbeitrags habe ich die X meistgestellten Fragen zum Ausbilderschein IHK zusammengestellt und knapp beantwortet. Zu den meisten Punkten finden Sie viel weiterführende Lektüre im Blog von Ausbilderschein24, die ich Ihnen entsprechend verlinkt habe.

Ausbilderschein IHK Dauer – Wie lange dauert es, den IHK Ausbilderschein zu machen?

Das kommt letzten Endes ganz auf Ihr persönliches Lerntempo und Ihre Zeit an. Natürlich spielt auch die Art der gewählten Vorbereitung auf den Ausbilderschein IHK eine Rolle. Manche angehenden Ausbilder dürfen während der Arbeitszeit lernen. Anderen bleiben nur die Abende oder präsenzpflichtige Wochenendseminare. Mehr zur Ausbilderschein Dauer finden Sie im verlinkten Beitrag, in dem ich auch einen Tipp für Sie habe, wie Sie die Dauer auf ein Minimum reduzieren können.

Welche Voraussetzungen gibt es für den Ausbilderschein IHK?

Um den Ausbilderschein IHK zu machen, bzw. an der Ausbilderprüfung teilzunehmen, gibt es praktisch gar keine Voraussetzungen für den Ausbilderschein. Sie müssen lediglich die Prüfungsgebühr entrichten und können anschließend zur Prüfung gehen. Bestehen Sie, erhalten Sie den Ausbilderschein IHK. Die Frage, ob Sie damit dann aber auch wirklich ausbilden dürfen, hängt, wie auf dieser Seite ausführlich beschrieben, unter anderem von Ihrer fachlichen und persönliche Eignung ab.

Ist es schwer, den Ausbilderschein IHK zu machen?

Auch das hängt letztlich von der Qualität Ihrer Vorbereitung ab. Wer die Inhalte ausreichend lernt, sollte keine Mühe haben, die schriftliche Prüfung zu bestehen. Auch die praktische Prüfung zum Ausbilderschein IHK ist kein Hexenwerk. Ob der Ausbilderschein schwer zu bekommen ist, beleuchtet aber auch der verlinkte Beitrag sehr ausführlich.

Kann man mit dem Ausbilderschein IHK alle Berufe machen?

Grundsätzlich muss ein Ausbilder im Handwerk genau den gleichen Ausbilderschein machen wie ein Ausbilder im IT-Bereich. Sofern also die Eignung vorhanden ist und Sie den Ausbilderschein IHK haben, könnten Sie ganz grundsätzlich in jedem Beruf junge Menschen ausbilden, in dem Sie das nötige Know-how nachweisen können. In ganz bestimmten Fällen ist übrigens sogar das Ausbilden ohne Ausbilderschein möglich.

Was kostet der Ausbilderschein IHK?

Die Kosten für den Ausbilderschein IHK setzen sich aus mehreren Faktoren zusammen. Einerseits müssen Sie eine fixe Prüfungsgebühr bezahlen, die bei vielen IHKs unterschiedlich hoch ist. Andererseits müssen Sie Geld für Ihre Vorbereitungen in die Hand nehmen. Ob Sie nun Ausbilderschein IHK Lernmaterial kaufen und diese pauken oder ob Sie einen Präsenzkurs buchen, wirkt sich letztlich auf die Kosten aus. Alle Informationen über die Ausbilderschein IHK Kosten können Sie im verlinkten Beitrag nachlesen.

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