9 Fakten rund um den Ausbilderschein IHK | Ausbilderschein24

9 Fakten rund um den Ausbilderschein IHK / HWK

Dass Sie den Ausbilderschein (Nachweis Ihrer berufs- und arbeitspädagogischen Eignung) direkt nach Ihrer bestandenen Ausbilderprüfung von der IHK bzw. HWK bekommen, haben Sie wahrscheinlich schon mit wenigen Klicks bei Google selber in Erfahrung gebracht.

Trotzdem erreichen mich regelmäßig die verschiedensten Fragen rund um den Ausbilderschein.

  • Wie läuft die Prüfung ab?
  • Mit welchen Kosten muss ich rechnen?
  • Kann jeder ausbilden, der den Schein hat, oder gibt es weitere Voraussetzungen?
  • Uvm.

Zu nahezu jeder dieser Fragen habe ich schon eigene Blogbeiträge verfasst. Was bisher aber noch gefehlt hat, ist der kurze und knappe Rundumblick, der keine Frage unbeantwortet lässt.
Genau aus diesem Grund zeige ich Ihnen hier die 9 wichtigsten Fakten und Eckpunkte rund um den Ausbilderschein.

1) Es gibt mehrere Prüfungstermine im Jahr

Entweder die IHK (Industrie- und Handelskammer) oder die HWK (Handwerkskammer) veranstaltet eine Prüfung, durch deren erfolgreiches Bestehen Sie den Ausbilderschein (IHK/HWK) bzw. AdA Schein erhalten.

Hierfür stehen je nach Größe der regionalen IHK / HWK mehrere Prüfungstermine im Jahr zur Verfügung. Gerade bei besonders gut aufgestellten Institutionen können das sogar bis zu zehn Termine im Jahr sein.

2) Prüfungskosten sind Ermessenssache

Leider gibt es keine zentral festgelegten und bundesweit geltenden Tarife für die Prüfungsgebühren. Wie hoch die Kosten sind, die Ihre zuständige IHK / HWK erhebt, können Sie entweder direkt auf der jeweiligen Webseite erfahren, oder muss individuell erfragt werden.

Das Gefälle innerhalb von Deutschland ist dabei gewaltig. Kommen Sie beispielsweise bei der IHK Berlin mit 90 Euro noch verhältnismäßig günstig weg, so müssen Sie sich bei der IHK Hannover bereits auf 210 Euro einstellen.

3) Ausbildung der Ausbilder ist bundesweit gültig

Gerade aus den unterschiedlichen Gebührenordnungen heraus kommt oft die Frage auf, ob denn der Ausbilderschein IHK / HWK möglicherweise auch nur auf das Einzugsgebiet der prüfenden IHK / HWK beschränkt sei. Hier kann ich Sie beruhigen.

Wer einmal die Qualifizierungsprüfung besteht, besitzt einen bundesweit anerkannten Nachweis seiner pädagogischen Eignung. Sie dürfen also unabhängig von der IHK, bei der Sie Ihre Ausbildereignungsprüfung abgelegt haben, deutschlandweit ausbilden.

4) Ausbilderschein der IHK alleine reicht noch nicht

Wer die Ausbildung der Ausbilder (AdA) erfolgreich durchläuft, erhält ein Zertifikat darüber, dass theoretisches Wissen über Aufbau, Ablauf und Gestaltung einer Ausbildung vorhanden ist – den sog. Nachweis der berufs-und arbeitspädagogischen Eignung.

Auch die wichtigen Soft Skills, die aus dem Charakter eines Ausbilders resultieren sollten, werden mit vielen praxisbezogenen Prüfungsfragen hinterfragt und durch einen eigenen praktischen Teil abgerundet.

Dennoch muss ein angehender Ausbilder zusätzlich auch noch nachweisen können, dass er oder sie in dem Ausbildungsberuf Fachwissen und Know-how hat. Dieses geht z.B. durch eine eigene absolvierte Ausbildung, ein abgeschlossenes Studium oder einschlägige Berufserfahrung hervor.

Mann schreibt wichtigste Fakten zu Ausbilderschein IHK an die Tafel © olly, Fotolia

© olly, Fotolia

5) Es gibt keine obligatorischen Vorbereitungskurse

Sie kennen das, wer den Führerschein macht, der kommt nicht drum herum, an einem Erste-Hilfe-Kurs teilzunehmen. Wer studiert, muss vor seinem Abschluss diverse Scheine bestehen oder im neumodischen Bachelor-System Punkte, bzw. „credits“ sammeln.

Um also ein einer Prüfung teilnehmen zu dürfen, müssen bestimmte Eckpfeiler durchlaufen werden.

Genau das ist bei der Ausbildung der Ausbilder nicht der Fall. Hier können Sie sich theoretisch einfach zur Prüfung anmelden und ohne Umstände daran teilnehmen. Auf den ersten Blick mag es zwar angenehm sein, sich lästige Präsenzkurse oder Pflichtveranstaltungen sparen zu können, um die Vorbereitung kommen Sie aber trotz allem nicht herum.

Welche Möglichkeiten es hierfür gibt, welche Kosten damit verbunden sind und was die jeweiligen Vor- und Nachteile der Vorbereitungsarten sind, stelle ich Ihnen in diesem Blogbeitrag vor: 5 Wege zum Erfolg – Vorbereitung auf den Ausbilderschein

6) Reines Auswendiglernen reicht nicht aus

Im theoretischen Prüfungsteil der Ausbildereignung geht es der IHK / HWK darum, zu überprüfen, ob Sie die prüfungsrelevanten Theorien auch in die Praxis übertragen können. Schließlich übernehmen Sie als Ausbilder eine im weitesten Sinne pädagogische Tätigkeit, die viel Verantwortung mit sich bringt.

Neben Prüfungsfragen über verschiedene Grundlagen, Methoden und Theorien, die in der Regel in Multiple-Choice gehalten sind, müssen Sie also auch mit Transferaufgaben rechnen.

Das bedeutet, dass manche Fragestellungen in keinem Lehrbuch zu finden sind, sondern reale Alltagsbeispiele konstruiert werden. Mit Ihren Antworten müssen Sie dann zeigen, dass Sie die Theorien auch wirklich verinnerlicht haben und in Ihrer Rolle als Ausbilder in der Lage sind, diese zukünftig auch umsetzen zu können.

Wer also alle Prüfungsinhalte nur auswendig lernt, wird es hier schwer haben.

7) Nur gut vorbereitet in den praktischen Teil gehen

Zu dem theoretischen Prüfungsteil kommt noch ein praktischer Prüfungsteil dazu. In diesem haben Sie die Möglichkeit, entweder eine Präsentation zu halten oder eine Unterweisungsprobe durchzuführen.

In beiden Fällen geht es darum, einem Prüfungsausschuss deutlich zu machen, dass Sie den Herausforderungen eines Ausbilders gewachsen sind.

Zwar können Sie durch eine sehr gut vorbereitete Präsentation und mit viel rhetorischem Geschick diese in die richtige Richtung lenken, allerdings folgt bei beiden Wegen (Präsentation & Durchführung) noch ein 15-minütiges Gespräch mit den Prüfern.

Diese können Ihnen auch hier noch allerlei Fragen über Inhalte stellen, die schon für den theoretischen Teil relevant waren. Gehen Sie also unbedingt gut vorbereitet in diese Prüfung.

8) Die Prüfung darf wiederholt werden

Um den Ausbilderschein IHK / HWK zu erhalten, müssen Sie beide Prüfungsteile unabhängig voneinander bestehen. Erbringen Sie in einem oder beiden Teilen nicht mindestens eine ausreichende Leistung, so sind Sie durchgefallen.

In diesem Fall haben Sie die Möglichkeit, die Prüfung zu wiederholen. Allerdings müssen Sie nur den Prüfungsteil wiederholen, den Sie nicht bestanden haben.
Wenn Sie also beispielsweise den theoretischen Teil bestanden haben, im praktischen Teil aber durchgefallen sind, müssen Sie auch nur den praktischen Prüfungsteil wiederholen.

Grundsätzlich darf die Prüfung zweimal wiederholt werden – die Wiederholungsgebühr beträgt hierbei (je nach IHK) ca. die Hälfte der gesamten Prüfungsgebühr.

9) Ein System, das sich bewährt hat

Zwischen 2003 und 2009 konnte wirklich jeder in Deutschland ausbilden. In diesem Zeitraum wurde nämlich die Ausbildereignungsverordnung (AEVO) außer Kraft gesetzt, um eine niedrige Hürde für Ausbildungsbetriebe zu setzen und dadurch mehr Ausbildungsstellen zu erzeugen.

Auf den Ausbilderschein IHK / HWK als Eignungsnachweis wurde in diesem Zeitraum also verzichtet.

Weil in diesen Jahren die Quoten aber in allen Belangen (Abbruchrate der Azubis, Übernahmequote etc.) in den Keller gingen, gilt die Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) offiziell wieder seit dem 21. Januar 2009.

Im Jahr 2013 – dem ersten Jahr, in dem Azubis im letzten Ausbildungsjahr erstmals wieder von ausgebildeten Ausbildern über den vollen Zeitraum betreut worden sind – stieg die Übernahmequote laut Bundesagentur für Arbeit auf stolze 70%.

Ein Indiz dafür, dass sich das System der Ausbildung der Ausbilder bewährt hat.

Fazit

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen 9 Fakten rund um den Ausbilderschein IHK / HWK die wichtigsten Fragen beantworten und Ihnen einen kleinen Überblick geben konnte.

Sie haben aber noch weitere Fragen? Dann zögern Sie bitte nicht, mich zu kontaktieren.

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