Wenn Azubis die Ausbildung vorzeitig abbrechen... Hier die 3 Hauptgründe

Die 3 Hauptgründe, warum Azubis ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen

„Sehr geehrte Damen und Herren, hiermit kündige ich mein Ausbildungsverhältnis zum …“

Kennen Sie solche Sätze? Mit hoher Wahrscheinlichkeit ja, denn gemäß einer Statistik über das Jahr 2013 schmeißt in Deutschland jeder vierte Auszubildende seine Ausbildung hin. Ein anderer alarmierender Wert zur Integration von Flüchtlingen zeigt, dass es hier eine Abbruchrate von 70% ist. Und das in Zeiten, in denen die wenigsten Unternehmen sich über Unmengen an eingehenden Bewerbungen freuen können und wo viele Ausbildungsplätze sogar völlig unbesetzt bleiben. Wenn Azubis vorzeitig ihre Ausbildung abbrechen hat dies nicht selten auch negative wirtschaftliche Konsequenzen für den Arbeitgeber. Umso wichtiger ist es, die Abbruchrate möglichst gering zu halten.

Genau aus diesem Grund habe ich Ihnen in diesem Blogartikel die 3 Hauptgründe zusammengestellt, warum Azubis ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen. Dies soll nicht nur zu einem besseren Verständnis beitragen, sondern Ihnen auch die Möglichkeit bieten, das eigene Unternehmen kritisch zu prüfen, damit Sie sich im Fall des Falles zumindest selbst nichts vorzuwerfen haben.

(1) Wenn Azubis ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen, weil sie die falschen Job gewählt haben

Der überwiegende Anteil der Azubis und Lehrlinge hat einen abgeschlossenen Hauptschulabschluss oder die Mittlere Reife. Der Großteil aller Ausbildungsverträge in Deutschland wird dementsprechend auch im Fall von Abiturienten spätestens mit Wegfall der allgemeinen Wehrpflicht mit Teenagern geschlossen. Die jungen Menschen, mit denen Sie es zu tun haben, sind in der Regel unter 20 Jahren jung, manche davon noch nicht einmal volljährig.

Oft ist es nun einmal schwer, in solch jungen Jahren bereits zu wissen, was man später – im Idealfall das restliche Leben lang – beruflich machen will. Schließlich kommt Beruf meiner Auffassung nach von Berufung. Die Arbeit sollte also nicht nur finanzielle Sicherheit bieten, um den Lebensunterhalt zu bestreiten, sondern auch Spaß machen.

Viele Azubis treten zudem in die Fußstapfen ihrer Eltern, indem sie den Beruf ergreifen, der ihnen vorgelegt wurde. Andere wiederum unterliegen anderweitig einem großen Einfluss des Elternhauses. Wenn Papa oder Mama sagt, dass diese und jene Branche zukunftsträchtig sei, muss Sohnemann oder Töchterlein auch in diesem Zweig die Ausbildung antreten.

Kurzum: Nach einer Weile kann sich hier nun einmal herauskristallisieren, dass der Job überhaupt nichts für den Azubi ist. Die Ausbildung in diesem Fall vorzeitig abzubrechen, ist dann nur fair und erspart beiden Seiten zukünftige Enttäuschungen. Lassen Sie Ihren Azubi gehen!

Nichtsdestotrotz empfiehlt es sich, immer im Hinterkopf zu behalten, dass gerade bei sehr jungen Menschen die Entscheidung nicht immer frei getroffen wird. In den Auswahlgesprächen nachzufühlen, woher ein gewisser Berufswunsch rührt, kann hier ggf. sehr früh tiefere Einblicke bieten.

(2) Die Ausbildung wird wegen der Berufsschule abgebrochen

Es mag Ihnen vielleicht im ersten Augenblick komisch vorkommen, aber tatsächlich ist die Berufsschule sogar hinter manchen vorgeschobenen Gründen oft ein ganz entscheidender Faktor, weshalb junge Menschen ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen.

Hier sind sie schließlich ganz klassisch in der Schule. Und das bringt alle Probleme mit sich, die jeder von uns selbst noch bestens kennen dürfte. Von schlechten Lehrern, die einem das Leben schwermachen können, über Mobbing unter den Mitschülern bis hin zu schlechten Ergebnissen in den Prüfungen kann die Ursache sehr unterschiedlich sein.

Dass Azubis wegen der Berufsschule die Ausbildung vorzeitig abbrechen, passiert nämlich wesentlich häufiger, als Sie vielleicht denken. Eigens dafür hat die Bundesagentur für Arbeit inzwischen sogar ein kostenfreies Angebot, das Azubis ausbildungsbegleitend als Hilfestellung in Anspruch nehmen können. Auch Sie sollten darüber Bescheid wissen, um Ihre Schützlinge ggf. daran verweisen zu können.

Und natürlich haben Sie große Chancen, den Azubi trotzdem zu halten, wenn Sie dafür sorgen, dass im Ausbildungsbetrieb eine vertraute Atmosphäre herrscht. Ist das nämlich gegeben, kann er oder sie sich Ihnen gegenüber öffnen, wenn es an Lehrern oder Klassenkameraden hängt, und es können gemeinsam Lösungen – beispielsweise ein Schulwechsel – gefunden werden.

© Brian Jackson, Fotolia.de

(3) Azubis brechen die Ausbildung vorzeitig ab, weil es im Unternehmen nicht passt

Last, but not least möchte ich noch den absoluten „worst case“ ansprechen, für den ich etwas weiter ausholen möchte. Denn wenn der Azubi einerseits den seiner Meinung nach richtigen Beruf gewählt hat und andererseits in der Berufsschule weder mit Lehrern und Mitschülern noch mit Lerninhalten und Prüfungen nennenswerte Probleme hat, dann müssen Sie sich tatsächlich ganz gewaltig an die eigene Nase fassen, denn der Abbruchgrund liegt hier klar bei Ihnen im Unternehmen. Schauen wir deswegen auf ein paar Unterpunkte, die es hier zu differenzieren gilt.

Probleme innerhalb des Teams / der Abteilung

Je nach Ihrer Unternehmenstruktur ist der Azubi mit sehr wenigen bis sehr vielen Menschen tagtäglich zur Zusammenarbeit gezwungen. Und wo mehrere Menschen an einem Strang ziehen müssen, da entstehen Reibungen. Das ist völlig normal.

Ihr Azubi ist allerdings genau wie jeder andere Mensch auch ein Individuum. Er wird mit manchen Kollegen sehr gut klarkommen, während er anderswo aneckt. In Extremfällen findet er vielleicht aber auch zu Niemandem Zugang und fühlt sich isoliert.

Sie sollten deshalb immer ein Augenmerk darauf haben, wie es um das soziale Gefüge des Azubis in Ihrem Betrieb steht. Kommt er häufig zu spät, wirkt abwesend, macht nur das Nötigste (oder noch nicht einmal das) und bringt vielleicht sogar Unruhe hinein, so müssen Sie unbedingt schnellstmöglich entgegenwirken. Das Zauberwort heißt Kommunikation.

Zu wenig Verantwortung

Sicher, der Azubi ist am Anfang der Neue im Team. Selten kann er deswegen von Anfang an Verantwortung übernehmen. Wenn Sie ihn deshalb für niedere Aufgaben einsetzen, ständig zum Kaffeekochen abkommandieren oder ihm überhaupt gar nicht erst die Chance geben, in das Unternehmen hineinzuwachsen, wird er aber sehr schnell unzufrieden sein.

Junge Menschen wollen nicht nur gefördert werden, sie wollen auch gefordert werden. In manchen Unternehmen klappt das so gut, dass Azubis dort bereits ab dem zweiten Lehrjahr die Aufgaben eines einfachen Angestellten problemlos erfüllen können. Das erfordert aber auch, dass Sie Ihrem Azubi das dafür benötigte Vertrauen entgegenbringen. Und das heißt auch, dass er Fehler machen wird und diese Fehler auch machen darf.

Integrieren Sie ihn deshalb in das Team und lassen Sie ihn von Anfang an in Meetings an den Prozessen zur Entscheidungsfindung teilhaben. Zeigen Sie ihm, nach welchen Regeln und Grundsätzen bei Ihnen gearbeitet wird. Sparen Sie nicht an der Zeit, ihm immer wieder die Hintergründe von bestimmten Aufgaben zu erklären. Und finden Sie den optimalen Spagat zwischen festen Arbeitsregeln, die Sie ihm vorgeben, und übertragenen Aufgaben, die er ganz selbstverantwortlich lösen darf.

Der Ausbilder ist nicht geeignet

Egal, wie Ihr Azubi konkret in den Betrieb integriert ist: Um eine Person in dem Unternehmen wird er beim besten Willen nicht drum herum kommen – den Ausbilder.

Das heißt nicht, dass die beiden unzertrennliche Freunde werden müssen. Aber: Der Ausbilder muss wissen, was er macht. Er muss die Ausbildung zielführend lenken können, muss ein Gespür dafür haben, wenn beim Azubi private oder schulische Probleme das Abrufen seiner möglichen Potenziale verhindert, und er muss außerdem gleichzeitig wissen, wann und in welcher Dosis Lob und Tadel eingesetzt werden müssen.

Ganz schön viele Anforderungen, jedoch steht und fällt mit dem richtigen Ausbilder nun einmal auch die Zufriedenheit des Azubis in Ihrem Unternehmen ganz massiv. Der Erwerb des Ausbilderscheins, zu dessen Prüfungsvorbereitung ich übrigens einen praktischen Online-Video-Kurs anbiete, gewährleistet schon einmal das Know-how, das man benötigt, und auch ohne ausreichend fachliches Know-how kann niemand in Deutschland ausbilden.

Ab dann gibt es dennoch viele Unterschiede, die darüber entscheiden, ob ein Azubi gut oder schlecht ist. Diesem Thema widme ich übrigens auch die folgenden Beiträge in meinem Blog:

Fazit

In diesem Beitrag habe ich Ihnen die 3 Hauptgründe dafür gezeigt, weshalb Azubis ihre Ausbildung vorzeitig abbrechen. Bitte beachten Sie, dass es sich um die 3 Hauptgründe handelt, die immer wieder auftauchen. Natürlich sind auch etliche weitere Gründe für einen Abbruch möglich. Nicht selten ist es die Liebe, wenn die Partnerin oder der Partner wegzieht und Ihr Azubi folgen möchte, oder einfach höhere Gewalt im Spiel ist.

Ich hoffe, dass Sie aus diesem Beitrag mitgenommen haben, dass es für die hier gezeigten Kündigungsgründe Vermeidungsstrategien gibt. Fast immer kommt es dabei darauf an, dass der Ausbilder einen guten Blick für seine ihm unterstellten Azubis hat und mögliche Anzeichen frühzeitig erkennt. Und natürlich sollten sowohl Ihr Ausbilder als auch die Personalabteilung mit offenen Augen in die Bewerbungsgespräche gehen. Wie Sie dort den richtigen Azubi finden, erkläre ich Ihnen übrigens in diesem Beitrag meines Blogs.

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