5 Wege, die eigene Work-Life-Balance zu optimieren

Work-Life-Balance heißt einer dieser Begriffe, die aufkommen, wenn jemand ausdrücken möchte, dass er oder sie mehr Freizeit braucht.

Schon seltsam, dass dabei die Arbeit, die nun einmal den Großteil unseres Lebens ausmacht, nicht etwa in Relation zur Freizeit gesetzt wird, sondern zum Begriff „Life“, also „Leben“. Warum heißt es also Work-Life-Balance und nicht Work-Freetime-Balance? In diesem Beitrag außerhalb meiner gewohnten Blogartikel möchte ich mich gerne näher mit der Materie auseinandersetzen. Abschließend zeige ich Ihnen außerdem 5 Wege, durch die Sie Ihre ganz persönliche Work-Life-Balance optimieren können.

Work-Life-Balance – eine Erfindung der Neuzeit?

Work-Life-Balance, das ist scheinbar wieder so ein Phänomen der Neuzeit, das unsere Vorfahren noch nicht gekannt haben.

Aber stimmt das wirklich?

Blick man nämlich zurück auf alte Kulturen, so scheint es, dass es schon immer eine Balance im Alltag gegeben hat. Beispielsweise bei den mächtigen & einflussreichen Babyloniern – dort gab es schon vor mehreren Jahrtausenden unsere heutigen 24-Stunden-Zählungen. Und diese sorgten für eine ganz einfache Einteilung des Tages:

6 Stunden für die Arbeit.
6 Stunden für die Familie.
6 Stunden fürs Gebet.
Und 6 Stunden für den Schlaf.

Streng genommen scheint es vor ungefähr 3.500 Jahren demnach schon eine funktionierende Work-Life-Balance gegeben zu haben.
Die Frage lautet also: Wo ist sie abhanden gekommen?

Work-Life-Balance – ein Problem des digitalen Zeitalters?

„Flexibilität“ ist ein Begriff, der automatisch seinen Weg in nahezu jedes Anforderungsprofil einer x-beliebigen Stellenanzeige findet. Die Arbeitskraft soll bereit dazu sein, in Phasen, in denen buchstäblich die Hütte brennt, auch mal mehr als die vertraglich vereinbarten 40 Stunden pro Woche zu leisten.

Temporär sicherlich nichts Besonderes. Erst recht, wenn von Seiten des Arbeitgebers auch ein entsprechender Ausgleich in ruhigeren Zeiten gewährt wird. Und wer im ‘Nine-to-Five-Job’ um 16:59 Uhr den Stift aus der Hand fallen lässt, dürfte ohnehin nicht das glücklichste Leben führen. Zumindest nicht in beruflicher Hinsicht.

Wo aber zieht man nun die Grenze? Durch die Smartphones, die inzwischen jeder benutzt, sind wir nicht nur 24/7 erreichbar, sondern auch ständig online. Ist es noch zumutbar, während der Heimfahrt im Zug noch von unterwegs eine Mail vom Chef zu beantworten? Heißt „flexibel“ auch, dass man an Sonn- und Feiertagen noch verfügbar zu sein hat? Schließlich offenbart sich gerade hier auch die Schattenseite von fehlender Work-Life-Balance.

Fehlende Work-Life-Balance – wenn zu viel Arbeit krank macht

Er ist im aktuellen Jahrtausend so etwas wie ein Unwort geworden, aber jeder ist schon einmal darüber gestolpert: Der Burnout. Bzw. das Burnout-Syndrom. Jüngst habe ich in einer Studie der Bundes Psychotherapeuten Kammer (kurz BPtK) eine erschreckende Statistik gelesen. So war im Jahr 2015 jeder siebte Fehltag eines deutschen Arbeitnehmers psychisch bedingt. Und die Tendenz ist von Jahr zu Jahr sogar steigend.

Im Ranking der Gründe für eine Arbeitsunfähigkeit ist dies demnach bereits Platz drei.  Im Bereich der Länge der Ausfallzeit hat eine psychisch bedingte Krankschreibung aber schon längst den ersten Platz erobert. Wo die ‘gute alte Grippe’ für durchschnittlich 6,6 Fehltage verantwortlich ist, da bleibt ein Arbeitnehmer aufgrund von psychischen Faktoren im Schnitt 34,5 Tage dem Betrieb fern. (Vgl. Seite 4 der verlinkten Studie)

Kurzum: Inzwischen haben auch Unternehmen und Krankenkassen ein ernsthaftes Interesse daran entwickelt, dass der Arbeitgeber Maßnahmen zur Stärkung seiner Work-Life-Balance ergreift. Es wird viel Geld (sehr viel Geld sogar) für Seminare, Sport- und Freizeitangebote und eine Verbesserung des Arbeitsklimas ausgegeben. Jedoch auch nicht überall.

Wer dabei die Gefahr bei sich sieht, dass zu viel Arbeit ihn krank machen könnte, der ist ohnehin gefragt, selbst tätig zu werden. Im Folgenden möchte ich Ihnen dafür gerne 5 Wege zeigen, um zu einer besseren Work-Life-Balance zu gelangen.

Work-Life-Balance in Einklang © pathdoc, Fotolia

© pathdoc, Fotolia

1. Mach Dein Hobby zum Beruf

Wir alle kennen solche Menschen, die in ihrer Arbeit förmlich aufblühen. Hier wird nicht nach Schema F die Zeit abgesessen, damit man nach der Arbeit das Leben genießen kann, hier wird bereits während der Arbeit das Leben in vollen Zügen genossen.

Wähle einen Beruf, den Du liebst, und Du brauchst keinen Tag in Deinem Leben mehr zu arbeiten.
– Konfuzius

Wenn Sie mich fragen, dann ist genau dies das Geheimnis solcher Menschen. Sie haben das, was sie lieben, zum Beruf gemacht. Dabei haben Sie gewissermaßen ihre eigene Berufung erkannt. Nicht umsonst hängen die Begriffe „Beruf“ und „Berufung“ nämlich so eng beieinander.

Wer seine eigentliche Berufung noch nicht erkannt hat, den kann ich nur dazu ermutigen, weiter danach zu suchen. Wer sie jedoch bereits kennt und trotzdem nicht danach lebt, bzw. sein Leben dementsprechend verändert, weil ihm der ungeliebte Vollzeitjob neben all dem Stress und Ärger eben auch viel (finanzielle) Sicherheit bietet, der ist jedoch bereits auf dem besten Weg zum Unglücklich-Sein.
Was Sie vielmehr brauchen, wäre dementsprechend ein Neuanfang und keine Optimierung Ihrer Work-Life-Balance.

2. Bewusste Pausen

Viel vom Stress eines langen Arbeitstages kann wegfallen, indem Sie Ihre Pausen bewusster nutzen als bisher. Wer praktisch gar nicht seinen Arbeitsplatz verlässt, sondern nur schnell vorm PC sein Butterbrot ist, der verpasst es, für einen kurzen Moment Abstand zu gewinnen.

Arbeitspausen sind inzwischen nicht nur ganz klar gesetzlich geregelt und verankert, sie sorgen auch rein physisch für eine wichtige Erholungsphase. Herz und Kreislauf bekommen durch einen kleinen Spaziergang etwas zu tun und lassen Ihre Konzentrationsfähigkeit steigern. Kurze Gespräche mit den Kollegen beim Mittagstisch sorgen für Zerstreuung und bauen Stress ab. Hierzu auch gleich der nächste Tipp.

3. In Pausen nicht über die Arbeit sprechen

Jeglicher Sinn und Zweck einer Arbeitspause geht ganz schnell verloren, wenn Sie beim gemeinsamen Mittagessen mit Ihren Kollegen schon das Nachmittagsmeeting besprechen oder die Themen vom Vormittag erneut durchkauen.

Natürlich gibt es wichtige Ausnahmen. Wer sich über etwas geärgert hat, der kann – auch, wenn das Gespräch streng genommen über die Arbeit geht – ganz entscheidend Dampf BEI seinen Kollegen ablassen (VORSICHT: Nicht ÜBER seine Kollegen …), indem er das in der Mittagspause anspricht. Ansonsten sollten Sie aber bewusst die Zerstreuung suchen.

Sie haben einen Kollegen, der trotz aller Themen, die Sie anschneiden, immer nur über die Arbeit sprechen kann und will? Dann suchen Sie sich doch mal einen anderen Partner für die Mittagspause oder verbringen Sie diese alleine – das wird Ihnen viel mehr helfen, als sich jedesmal ‘negativ’ beeinflussen zu lassen.

4. Das Smartphone auch mal ausgeschaltet lassen

Weiter oben habe ich in den Raum gestellt, dass die ständige Erreichbarkeit der Verschlechterung der allgemeinen Work-Life-Balance womöglich einen Bärendienst erwiesen haben könnte. Es scheint, als habe man sich damals vor 20 Jahren (als das Internet noch in den Kinderschuhen steckte) leichter abgrenzen können. Einen Mitarbeiter am Wochenende anzurufen, galt lange als absolutes No-Go (und das ist es auch heute noch vielerorts). Das Smartphone mit den sofort angezeigten E-Mails, SMS- oder WhatsApp-Nachrichten, macht eine solche Abgrenzung allerdings schwer. Hier entscheidet schließlich der Empfänger, ob und wann er diese liest.

Wer also nach einer langen Arbeitswoche noch etwas von seiner wertvollen Freizeit haben möchte, der sollte das Smartphone einfach mal ausgeschaltet lassen. Die E-Mails rennen nicht weg. Und sollte es tatsächlich einen akuten Notfall geben, kann man Sie bestimmt immer noch über das herkömmliche Festnetz erreichen, oder?

5. Keine falschen Rückschlüsse ziehen

Oft begegnen mir Menschen, die sich aus dem Grund nicht gut genug abgrenzen können, weil ihr Pflichtbewusstsein und Verantwortungsgefühl derart ausgeprägt ist, dass sie einen folgenschweren Rückschluss ziehen. Nämlich den Irrglauben, unentbehrlich für das Unternehmen zu sein und überall mitmischen zu müssen. (Ja, Ich weiß, es fühlt sich nur allzuoft gut an, scheinbar nützlich, unentbehrlich und damit anerkannt zu sein.)

Es ist natürlich eine ziemlich heikle Angelegenheit, wenn Sie an Ihrer Arbeitsstelle Aufgaben zu erfüllen haben, für die es keine Urlaubs-Vertretung gibt. Wenn Ihr Rückschluss nun aber lautet, dass Sie diese Überlastung durch Überstunden und Arbeiten sogar im Urlaub (sofern Urlaub überhaupt noch möglich ist) ausgleichen müssen, weil Sie insgeheim glauben oder hoffen, dass man Ihnen dieses Pflichtgefühl später danken wird, dann ist das ebenfalls der erste Schritt ‘auf den großen Knall’ zu.
Eine ganz wichtige Lektion lautet nämlich, dass jeder Mitarbeiter ersetzbar ist, egal wie wichtig er augenscheinlich auch für das Unternehmen sein mag.

Nicht immer von heute auf morgen.
Und sicher auch nicht immer adäquat.
Aber definitiv ersetzbar.

Sind Sie der Meinung, sich nicht abgrenzen zu können, weil Sie sich für unersetzbar halten? Dann sollten Sie nach dieser Logik ja auch dann keine Kündigung befürchten müssen, wenn Sie bei Ihrem Chef rigoros Entlastung in Form von Arbeitskräften einfordern, die Ihre Aufgaben übernehmen könnten.

Fazit

In diesem Beitrag habe ich mich dem Begriff der ‘Work-Life-Balance’ angenähert und Ihnen 5 Wege gezeigt, wie Sie diese für sich selbst optimieren können. Es ist aber auch eine Aufgabe des Unternehmens, eigene Maßnahmen zu treffen, die für eine bessere Work-Life-Balance der Mitarbeiter sorgen.

Hierbei spielt es auch eine wichtige Rolle, wie die Schlüsselpositionen in Ihrem Unternehmen besetzt sind. Ist der Abteilungsleiter ein alleinstehender Single, der sich voll und ganz für die Firma aufopfert, dann ist das für den Geschäftsführer zwar sicherlich toll. Für die Mitarbeiter in seiner Abteilung allerdings nicht, wenn hier jegliches Verständnis dafür fehlt, dass Familien mit Kindern beispielsweise in ihren Urlaubszeiten an die Schulferien gekoppelt sind, oder bestimmte Verpflichtungen nach Feierabend haben, wie z.B. den sportbegeisterten Sohn vom Fussball abzuholen.

Gerade auch junge Menschen, die frisch von der Schule kommen und nun ihren Berufseinstieg wagen, müssen in der Anfangsphase mit großen Umstellungen kämpfen. Die ersten 40-Stunden-Wochen sind hart und an die neue Lebenssituation muss man sich erst gewöhnen. Da kann ein verständnisloser Ausbilder die Probleme noch verstärken.
Laut einem Artikel aus der Süddeutschen Zeitung müssen 40% aller Azubis sogar Überstunden leisten. Knapp ein Drittel (30%) klagt über zu hohe Belastung und ein Viertel (25%) gab bei einer in diesem Artikel veröffentlichten Befragung an, Schwierigkeiten zu haben, sich von der harten Ausbildung in der Freizeit ausreichend erholen zu können.

Last but not least sind also gerade Ausbilder gefragt, auf die Work-Life-Balance der Nachwuchskräfte zu achten. Und weil ich mit meinem Online-Ausbilderkurs angehende Ausbilder auf dem Weg zu ihrem Ausbilderschein betreue, möchte ich Sie abschließend genau dazu anhalten:

Achten Sie auf sich selbst und auf Ihre Mitmenschen.

Verständnisvolle Kommunikation ist dabei das A und O.

Gerne möchte ich Sie deshalb auch noch auf ein paar andere Artikel in meinem Blog verweisen:

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