Offenheit in der Ausbildung: Wieso Offenheit ein so wichtiger Wert ist

Offenheit in der Ausbildung ist in vielerlei Hinsichten sehr wichtig. Dabei lässt sich der Begriff auf viele verschiedene Weisen interpretieren. Einerseits lässt sich Offenheit mit Offenherzigkeit, Verständlichkeit, Wahrhaftigkeit und Rechtschaffenheit gleichsetzen, weshalb es hierbei auch um eine gewisse Ehrlichkeit geht, die im Verhältnis zwischen Ausbilder und Azubi vorherrschen sollte. Andererseits ist Offenheit aber auch eine Art von Aufgeschlossenheit.

Aufgeschlossenheit in der Ausbildung schafft eine gewisse Offenheit gegenüber Erfahrungen, bzw. Offenheit gegenüber Veränderungen. Dass junge Menschen genau das entwickeln, führt zwangsläufig zu mehr beruflichem Erfolg, da es die Azubis deutlich flexibler macht und besser an die schnelllebigen Zeiten anpasst, in denen wir leben. Was gestern schließlich noch die einzige Art und Weise war, bestimmte Aufgaben zu erledigen, könnte morgen bereits obsolet sein.

Im vorliegenden Blogbeitrag wollen wir die Rolle, die Offenheit in der Ausbildung spielt, genauer erfassen und greifbarer machen. Hierzu ist es wichtig, eine stichhaltige Definition und Erklärung des Begriffs zu liefern. Im zweiten Schritt möchten wir thematisieren, wie Ausbilder mehr Offenheit fördern können, bzw. wie Azubis lernen, mehr Offenheit umzusetzen. Last, but not least, haben wir dann auch noch fünf praktische Tipps für Deinen Arbeitsalltag vorbereitet.

Offenheit in der Ausbildung: Definition & Erklärung des Begriffs

Um Offenheit als Wert zu begreifen, nach dem es sich zu streben lohnt, ergibt es Sinn, sich zur besseren Einordnung des Begriffs verwandte Werte anzusehen. In seinem Werk „Are there universal aspects in the structure and contents of human values?“ (1994) schreibt Shalom H. Schwartz der Offenheit dabei die folgenden drei Werte zu:

  • Stimulation im Sinne eines aufregenden und wagemutigen Lebens
  • Hedonismus – das Leben in vollen Zügen genießen
  • Selbstbestimmung im Sinne von Unabhängigkeit, Neugier, Freiheit und Kreativität

Wer also den Wert der Offenheit lebt, der ist gemäß Schwartz…

  • …risikobereit und abenteuerlustig (Stimulation)
  • …daran interessiert, die Freuden des Lebens zu genießen und sich selbst zu verwöhnen (Hedonismus)
  • …daran interessiert, neue Ideen zu haben und kreativ zu sein (Selbstbestimmung)

Zusammenfassend lässt sich Offenheit also als die Bereitschaft definieren, neue Ideen, Informationen und Erfahrungen anzunehmen, sich auf unterschiedliche Perspektiven einzulassen und konstruktiv auf neue Umstände zu reagieren. Entsprechend wichtig ist dieser Wert nicht nur für Azubis, sondern auch für Ausbilder.

Offene Ausbilder hören aktiv zu, sind für die Perspektiven der Azubis empfänglich und schaffen somit eine positive Lernumgebung. Offene Azubis hingegen können das Feedback der Ausbilder gut annehmen und sich auf unterschiedliche Lernmöglichkeiten einlassen.

Offenheit in der Ausbildung - Ausbilder ermutigen Azubis
© goodluz, Fotolia.de

Die Rolle des Ausbilders bei der Förderung von Offenheit in der Ausbildung

Zur Frage, wie ein Ausbilder diesen Wert fördern und entwickeln kann, gehört immer auch der Blick auf die Haltung des Ausbilders. Hierbei geht es für Ausbilder darum, ein Wertesystem zu entwickeln, nach dem man lebt und handelt. Wichtige Werte für Ausbilder haben wir uns bereits im verlinkten Beitrag angesehen. Ein ganz zentraler Punkt ist aber, dass eben jene Haltung, nach solchen Werten zu leben, auch vorgelebt wird. Ein Ausbilder ist schließlich immer auch ein Vorbild, an dem sich Azubis orientieren.

Wer also Offenheit in der Ausbildung fördern möchte, der muss sie immer auch vorleben. Hierzu gehört es, aktiv zuzuhören und Verständnis für die Lebensrealität und Perspektive der Azubis zu zeigen. Auch in der offenen Fehlerkultur in der Ausbildung, der wir uns im verlinkten Beitrag zuwenden, schwingt der Begriff der Offenheit schon mit. Entsprechend wichtig ist es, offen miteinander zu kommunizieren und Feedback nicht nur als notwendiges Übel zu betrachten, sondern das Potenzial zu erkennen, das hinter konstruktivem Feedback steht. Gute Ausbilder begreifen Fehler überdies als Lernchancen und schätzen Diversität und Vielfalt.

Allgemein bekannt ist auch, dass es zu den Dingen gehört, die Azubis motivieren, wenn man die jungen Menschen in Entscheidungen miteinbezieht. Auch das setzt ein hohes Maß an Offenheit voraus, birgt allerdings auch Risiken. Umso wichtiger ist es, auf dem Weg zu mehr Offenheit in der Ausbildung ein gesundes Maß zu finden. Beispielsweise kann auf dem Weg der Informationssuche ein offenes System verfolgt werden. Geht es dann aber darum, die Entscheidung zu treffen, sollten die Kanäle des Entscheiders möglichst geschlossen sein, um in der Umsetzung klar und konsequent zu bleiben. Offenheit bedeutet schließlich nicht, alles abzunicken und zu akzeptieren, sondern vielmehr die Bereitschaft zur Auseinandersetzung.

Offenheit in der Ausbildung - Ausbilder sollten aktiv zuhören
© Sergey Nivens, Fotolia.de

Wie können Azubis mehr Offenheit in der Ausbildung umsetzen?

Genau wie eine offene Haltung seitens der Ausbilder wünschenswert ist, darf auch von den Auszubildenden ein gesundes Maß an Offenheit erwartet werden. Dabei geht es natürlich darum, dass der Azubi ehrlich anspricht, was ihm auf dem Herzen liegt, was ihm durch den Kopf geht, und was ihn vielleicht stört, bzw. demotiviert. Genau das setzt allerdings auch voraus, dass der Azubi überhaupt offen sprechen darf, ohne Repressalien befürchten zu müssen.

Ist eine offene Kommunikation aber grundsätzlich möglich, sollten Azubis stets neugierig sein und aktiv lernen. Auf diese Weise erwerben Azubis Flexibilität und Anpassungsfähigkeit, was auf dem weiteren beruflichen Weg absolute Schlüsselqualifikation sind, die später einmal so manche Türen öffnen können. Offene Azubis zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass sie effektiv im Team arbeiten und ihr Wissen gerne und bereitwillig teilen, anstatt ihr eigenes Süppchen zu kochen.

Offenheit in der Ausbildung - Kreatives Denken fördern
© contrastwerkstatt, Fotolia.de

So können Ausbilder mehr Offenheit in der Ausbildung fördern

Wie wir im vorliegenden Beitrag herausgearbeitet haben, ist Offenheit durchaus als Schlüssel zur beruflichen Entwicklung zu begreifen. Offenheit bietet langfristige Vorteile und ebnet den Weg für lebenslanges Lernen und beruflichen Erfolg.

Abschließend haben wir deshalb noch fünf praktische Tipps für Dich, wie Du zukünftig mehr Offenheit in der Ausbildung fördern kannst:

  • Vorbild sein: Leb den Azubis Offenheit vor, indem Du die Bereitschaft zeigst, neue Ideen und Ansichten zu akzeptieren!
  • Offen kommunizieren: Ermutige die Azubis, Fragen zu stellen und etwaige Bedenken zu äußern! Hör Dir solche Rückmeldungen geduldig an!
  • Kritisches Denken fördern: Hilf Deinen Azubis, alternative Lösungen für Probleme zu finden, und biete ihnen hierfür auch den nötigen Raum!
  • Konstruktiv sein: Gib nur Feedback, das auf Verbesserung abzielt, und betone immer auch die Stärken der Azubis!
  • Fair sein: Setz Dich für Vielfalt und Inklusion ein und lebe unabhängig von Herkunft, Geschlecht und sozialem Hintergrund Toleranz vor!

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