Fachkräftemangel in Deutschland - das steckt dahinter

Der Fachkräftemangel in Deutschland – das steckt dahinter

Fachkräftemangel - fehlendes Puzzlestück

Fachkräftemangel – so lautet eines jener Zauberworte, das in den Medien immer wieder auftaucht.

Oft auch im Zusammenhang mit dem Ausbildungssystem in Deutschland. Bildet schließlich niemand die entsprechenden Fachkräfte aus, fehlen diese auch zukünftig.

Doch wie ist der Fachkräftemangel entstanden? Wie verheerend lesen sich die Zahlen tatsächlich? Und was sind die Perspektiven, mit denen jeder einzelne einer Verbesserung der Situation entgegenwirken kann?

Genau das sind die Themen meines heutigen Blogbeitrags, in dem ich mir den Fachkräftemangel in Deutschland etwas genauer angesehen habe.

Welche Jobs und Branchen vom Fachkräftemangel betroffen sind

Eine interessante Studie der IW Köln geht davon aus, dass besonders geschlechterspezifische Berufsgruppen von Fachkräftemangel betroffen sind. So seien unter den sogenannten Top-10-Engpassberufen vorwiegend männertypische Berufe aus dem gewerblich-technischen sowie naturwissenschaftlichen Bereich zu finden.

Bemerkenswert: Stellen, die gleichermaßen von Männer und Frauen ergriffen werden, haben nur eine 16%-ige Chance darauf, von Fachkräftemangel befallen zu werden. Ein durchaus ernüchterndes Gesamtergebnis der besagten Studie lautet allerdings, dass 391 der 753 untersuchten Stellen von Fachkräftemangel betroffen sind.

Dementsprechend ist festzuhalten, dass praktisch in jedem zweiten Berufsbild ein Unterangebot an ausreichend qualifizierten Personen vorhanden ist.

Fachkräftemangel - leerer Stuhl
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Wie der Fachkräftemangel in Deutschland zu Stande gekommen ist

Eine Erklärung dafür ist unter anderem in den Ausbildungszyklen Deutschlands zu finden. Schließlich sucht die Generation Z ihren Ausbildungsplatz durchaus anhand der Zukunftsprognosen aus.

Heißt also: Ist davon auszugehen, dass Ausbildung xyz wegen einer Vielzahl an freien Stellen ein sehr geringes Risiko der Arbeitslosigkeit aufweist, weil aktuell ein Fachkräftemangel besteht oder einer für die nächsten Jahre vorausgesagt wurde, so beginnen deutlich mehr Menschen eine Ausbildung in diesem Bereich.

Fachkräftemangel - Chancen und Möglichkeiten
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Die Konsequenz ist simpel: Nach den drei Jahren der Ausbildungsdauer steigt die Anzahl potenzieller Arbeitnehmer mit der entsprechenden Qualifikation. Gelegentlich kann die Arbeitsplatzsituation dann von einem Extrem ins andere umschlagen und darin münden, dass die Arbeitslosigkeitsquote in dieser Branche drastisch ansteigt.

Umso wichtiger ist es, dass kein Fachkräftemangel herbeigeredet wird, wo keiner ist. Klar ist sicherlich, dass im Bereich Pflege schon jetzt ein gewaltiger Bedarf besteht, der mit dem zunehmenden Renteneintritt der Generation der Babyboomer gewiss steigt. Klar ist aber auch, dass sich andere Branchen und Einrichtungen keine gesteigerten Sorgen machen müssen.

So gehen beispielsweise nach Angaben des Sprechers der Bundeswehr jährlich ca. 120.000 Bewerbungen ein, wobei lediglich 25.000 Stellen besetzt werden.

Ist Fachkräftemangel eine regionale Angelegenheit?

Tatsächlich gibt es alleine innerhalb von Deutschland bemerkenswerte Unterschiede, aus denen grundsätzlich abgeleitet werden kann, dass in ländlichen Gegenden der Fachkräftemangel deutlich größer ist.

Die Prognosen für die Zukunft sind derweil gerade für den Osten des Landes nicht gerade rosig. So gehen Hochrechnungen davon aus, dass in Sachsen, Thüringen und Brandenburg im Jahr 2060 bis zu 50% weniger Menschen im erwerbsfähigen Alter leben werden als aktuell noch, während in Baden-Württemberg und Bayern beispielsweise ein Rückgang von weniger als 10% vermutet wird.[1]

Hat der Fachkräftemangel auch eine gute Seite?

Während Unternehmen zwingend ihre Attraktivität steigern müssen, um entsprechend qualifiziertes Personal zu bekommen, und hierfür mitunter ein hohes Maß an Kreativität an den Tag legen müssen, da hat der Fachkräftemangel gerade für Bewerber durchaus etwas Gutes.

Schließlich sind Menschen mit entsprechender Ausbildung ausgesprochen begehrt. Das bedeutet, dass die Besten ihres Jahrgangs sich den Job zumeist aussuchen können. Mehr noch: Absolventen einer Ausbildung oder eines dualen Studiums bekommen gleich bei der ersten Jobstation ein deutlich höheres Einstiegsgehalt.

Aber auch diejenigen, die nicht zu den Jahrgangsbesten zählten, profitieren. So ist es beispielsweise zunehmend weniger wichtig, wo jemand studiert hat und ob er mit einer 1,7, einer 2,3 oder 2,5 abgeschlossen hat. Selbst eher untypische Bewerber und Quereinsteiger bekommen wegen des Fachkräftemangels immer häufiger Chancen.

Wie wirkt man dem Fachkräftemangel nun entgegen?

Eine sehr gute Möglichkeit besteht darin, sich die Führungskräfte von morgen kurzerhand selbst auszubilden. Das Ausbilden für den Eigenbedarf lohnt sich dabei vor allem für solche Unternehmen, die aktuell noch kein Ausbildungsbetrieb sind.

Dabei muss sich das Ausbildungsangebot nicht nur an die typische Zielgruppe richten. Stattdessen sollte stets über den Tellerrand herausgeblickt werden. Junge Eltern oder Pflegepersonen könnten für eine Teilzeitausbildung gewonnen werden. Flüchtlinge ausbilden ist ebenfalls eine Option, zumal diese auch zur Integration beiträgt.

Last, but not least, ist eine Ausbildung keineswegs auf junge Menschen beschränkt. Wie die Ausbildung mit 30, 40 oder sogar mit 50 noch immer funktionieren kann, erkläre ich Ihnen an anderer Stelle meines Blogs.

Das Fazit

In diesem Beitrag habe ich Ihnen gezeigt, was hinter dem vielzitierten Fachkräftemangel in Deutschland steckt. Wichtig ist, dass Sie keinen Desinformationen aufliegen, wenn Sie – ausgehend von einem Fachkräftemangel – eine entsprechende Ausbildung beginnen. Vielmehr sollten die Chancen, Möglichkeiten und Risiken entsprechend realistisch bewertet werden. Wie Sie freie Ausbildungsplätze finden, erkläre ich Ihnen übrigens hier.

Für Ausbildungsbetriebe und Ausbilder hingegen habe ich hier sechs wichtige Tipps zusammengestellt.

Wer gerne Ausbildungsbetrieb werden möchte, der braucht zunächst mindestens einen Mitarbeiter mit Ausbildungsschein. Genau hier komme ich ins Spiel, denn mit meinem Online-Kurs können Sie die Vorbereitung zum Ausbilderschein kinderleicht über das World Wide Web mit Video-Inhalten durchführen.

mehr_infos_zum_ausbilderkurs

Quellen:

[1] Statistisches Bundesamt, 2015; vgl.: https://wollmilchsau.de/glossar/fachkraeftemangel/

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