Wer darf ausbilden? Das Ausbildungssystem in Deutschland

Das Ausbildungssystem in Deutschland – so funktioniert es wirklich

Dafür bewundert uns die Welt.

Im europaweiten Vergleich hat Deutschland mit 8 % eine sehr geringe Jugenderwerbslosigkeit. Dennoch ist es oft auch die berühmt-berüchtigte deutsche Bürokratie, um die man uns andererseits alles andere als beneidet. Doch wie sieht es hinter den Kulissen aus? Funktioniert das System wirklich so gut, wie die Zahlen sagen? Und wer darf ausbilden?

In diesem Beitrag gehe ich unter anderem diesen Fragen nach und zeige Ihnen, wieso man hier durchaus von einem Erfolgsmodell sprechen darf, von dem sich so manche anderen Länder ruhig eine Scheibe abschneiden könnten.

Erfolgsmodell – duale Ausbildung

Das deutsche Ausbildungssystem kann beachtliche Zahlen vorweisen. Über die Hälfte eines Jahrgangs entscheidet sich für eine Berufsausbildung im dualen Modell. Ende 2012 waren das fast 1,5 Millionen junge Menschen.[1] Zu diesem Ergebnis kommt der Berufsausbildungsbericht des „Bundesministeriums für Forschung und Bildung“ (BMFB). Gepaart mit den nur 8 % Erwerbslosigkeit unter Jugendlichen in Deutschland darf man also mit Fug und Recht von einem Erfolgsmodell sprechen.

Führend in Europa

Durch das im europäischen Vergleich einzigartige Konzept in der Berufsausbildung wird sehr nah am Beschäftigungssystem ausgebildet – Mit positiven Folgen für die Wirtschaft. Denn die Unternehmen schaffen ihren Fachkräftenachwuchs auf diese Weise einfach selbst, schließlich wird ein Großteil der Azubis nach der Ausbildung von seinem Betrieb übernommen.

Wann ist eine Ausbildung erfolgreich?

Natürlich wäre es etwas engstirnig, nur dann von einer erfolgreichen Ausbildung zu sprechen, wenn der Azubi anschließend in seiner Firma bleibt.

Für eine erfolgreiche Ausbildung ist es nämlich viel wichtiger, dass der Nachwuchs gut auf sein Berufsleben vorbereitet wurde und durch die Ausbildungsjahre eine gute Grundlage für eine selbstständige Lebensführung erhalten hat.

Der Auszubildende hat sich also die beruflichen Fachkenntnisse angeeignet und viel über das Arbeitsleben gelernt.

Ausgangspunkt hierfür ist, dass die Rahmenbedingungen der Ausbildung der Norm entsprechen. Selbst wenn ein Ausbildungsplatz unternehmensspezifisch ausgerichtet ist – und das ist er natürlich –, gibt es Dinge, die für jeden Betrieb zu beachten sind.

Die Aufgabe für einen Ausbilder ist herausfordernd und durch viel Verantwortung geprägt. Die Eignungsprüfung des mit dieser Tätigkeit beauftragten Mitarbeiters ist eine Maßnahme, die eine qualitative Ausbildungszeit sicherstellen kann.

In diesem Zusammenhang empfehle ich Ihnen auch, in diesen Blogartikel mal hereinzuschauen, wo Sie erfahren, wieso der Ausbilderschein so wichtig ist und durchaus als Stütze unseres Systems angesehen werden darf.

Wer darf ausbilden? Eine Collage diverser Jobs, Branchen und Berufe aus dem deutschen Ausbildungssystem © Syda Productions, Fotolia

© Syda Productions, Fotolia

Wer darf ausbilden?

Wie ich eben schon angedeutet habe, benötigt man in Deutschland einen Ausbildereignungsschein (manchmal auch AdA-Schein genannt), um ausbilden zu dürfen. Weil sich hierfür grundsätzlich jeder Interessierte anmelden darf – Grundlage ist eine bestandene Prüfung, die man bei der IHK oder HWK ablegt – ist die Zielgruppe riesig.

Die formale Eignung trifft auf alle Unternehmer, Angestellten oder sonstige Interessierte zu. Dabei ist es egal, ob der Bewerber für die Ausbildung zum Ausbilder schon lange in seinem Beruf tätig ist, gerade die Ausbildung absolviert oder diese noch gar nicht abgeschlossen hat.

Es steht also allen Interessierten offen, den Ausbildereignungsschein und damit die Berechtigung zu erwerben, Auszubildende auszubilden.

Anders gefragt: Wer sollte ausbilden?

Ganz einfache Antwort: Nur derjenige, der auch persönlich dafür geeignet ist!

Die einzige Einschränkung für die Arbeit eines Ausbilders liegt nämlich im persönlichen Bereich.

Diese persönliche Eignung gilt als nicht erfüllt, wenn der Interessent für den Ausbilderschein in der Vergangenheit zu einer Haftstrafe verurteilt worden ist, die länger als 2 Jahre gedauert hat.

Problematisch für die Arbeit in diesem Bereich ist auch ein Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz oder der Fall, dass der potenzielle Ausbilder jugendgefährdende Schriften verbreitet hat.

Bei den meisten Bewerbern wird das aber nicht der Fall sein. Wer die Ausbildung zum Ausbilder bestanden hat, nimmt den nächsten Schritt in Angriff: die Umsetzung der Theorie in die Praxis.

Wie ein Ausbilder dabei idealerweise auszusehen hat, bzw. welche Eigenschaften er im optimalen Fall schon mitbringt oder welche er sich zumindest aneignen sollte, bespreche ich in diesem sehr lesenswerten Artikel.

Eignung oder Berechtigung? – der feine Unterschied

Um tatsächlich ausbildungsberechtigt zu sein, ist es wichtig, dass der Ausbilder eine abgeschlossene Berufsausbildung in der entsprechenden Fachrichtung vorweisen kann.

Alternativ dazu gilt natürlich auch der akademische Weg über ein Studium.

Außerdem ist es möglich, sich eine entsprechende Berufserfahrung bei den Kammern anerkennen zu lassen, wenn die beruflichen Fertigkeiten über eine jahrelange einschlägige Berufserfahrung erworben wurden.

Natürlich ist die Arbeit mit dem Nachwuchs nicht nur ein Privileg, sondern bringt auch Pflichten mit sich. Um sich dieser Herausforderung stellen zu können, ist der Wissensvorsprung, den Absolventen der Ausbildereignungsprüfung haben, eine gute Basis.

Wie Sie eben jene Basis für eine gute Ausbildung vervollständigen, bespreche ich mit Ihnen in diesem Beitrag.

Fazit

Unterm Strich können wir also sagen, dass das Ausbildungssystem in Deutschland deshalb so gut funktioniert (wie ja die genannten Zahlen auch belegen), weil nur erlesene und geprüfte Personen mit dieser wichtigen Aufgabe betraut werden. Der Ausbildereignungsschein (oder auch AdA Schein) stellt also eine tragende Säule im deutschen Ausbildungssystem dar. Gerne möchte ich Sie zum Schluss in diesem Zusammenhang deshalb noch auf drei weitere Blogartikel von mir verweisen. Hier gehe ich nämlich ungeschönt der Frage nach, wie viel Geld der Ausbilderschein eigentlich kostet, in diesem Blogartikel beantworte ich die brennendsten Fragen über die finale Prüfung, und in diesem Beitrag berichte ich über die verschiedenen Wege, sich auf die Ausbildereignungsprüfung vorbereiten zu können. Für weitere Fragen rund um unser Ausbildungssystem stehe ich selbstverständlich stets zu Ihrer Verfügung.

Wie stehen Sie zu unserem deutschen Ausbildungssystem? Ich freue mich auf Ihre Kommentare.

Quellen:
[1] http://www.bmbf.de/de/berufsbildungsbericht.php

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